Nebenwirkungen

Arzneimittel-Allergie durch Herpesviren APOTHEKE ADHOC, 26.08.2010 14:08 Uhr

Berlin - 

Das Auftreten schwerer allergischer Reaktionen unter der Therapie mit Arzneimitteln wird möglicherweise durch Herpesviren verursacht. Bestimmte Antikonvulsiva und Antibiotika reaktivieren einer Studie französischer Wissenschaftler zufolge die Viren und verursachen dadurch Nebenwirkungen.

Die Wissenschaftler untersuchten 40 Personen, die nach der Einnahme von Carbamazepin, Allopurinol oder Sulfamethoxazol das so genannte Dress-Syndrom (Drug Rash with Eosinophilia and Systemic Symptoms) entwickelten. Dabei kommt es zu starken allergischen Reaktionen, die sowohl die Haut als auch Organe, insbesondere Leber, Lungen und Nieren, betreffen können. Dress tritt als unerwünschte Arzneimittelreaktion im Schnitt bei einer unter 8000 Personen auf; 10 Prozent der Betroffenen sterben an den Folgen.

Die Reaktionen erscheinen wie eine Autoimmunantwort, schreiben die Forscher des französischen Instituts Inserm im Fachmagazin „Science Translational Medicine“. Tatsächlich sei das Ziel aber nicht die körpereigene Zelle, sondern das reaktivierte Virus. Bei drei von vier Studienteilnehmern konnte eine Reaktivierung von Epstein-Barr-Viren beziehungsweise humanen Herpesviren 6 und 7 nachgewiesen werden.

Zu den Wirkstoffen, die Dress auslösen können, zählen die Antikonvulsiva Carbamazepin, Gabapentin, Lamotrigin, Oxcarbazepin und Valproat sowie Antibiotika wie Minocyclin und Sulfamethoxazol. Außerdem sind Dress-Fälle unter der Einnahme von Allopurinol bekannt.