Phase-II-Studie

Alzheimer: Donanemab verlangsamt Progression Alexandra Negt, 09.02.2021 14:56 Uhr

  • Lilly kann positive Zwischenergebnisse in der Phase-II-Studie zum Wirkstoff Donanemab verzeichnen. Bild: Alzheimer Forschung Initiative
Berlin -

In kaum einem Indikationsgebiet verzeichnen forschende Pharmaunternehmen so häufig Rückschläge wie bei Alzheimer. Zahlreiche Wirkstoffkandidaten kommen über die Phase-I-Studien nicht hinaus. Der monoklonale Antikörper Donaneamab (Lilly) zeigt nun gute Ergebnisse in der Phase-II-Studie. Das Fortschreiten des kognitiven Abbaus kann verlangsamt werden.

Bei Donanemab handelt es sich um einen Antikörper, der auf eine modifizierte Form des Beta-Amyloids N3pG abzielt. In der Phase-II-Studie konnte ein Abbau von Amyloidplaques bei Alzheimer-Patienten gezeigt werden. Somit kann der gegen Beta-Amyloid gerichtete Antikörper den kognitiven Abbau verlangsamen. Bei leichten Formen der Alzheimerdemenz erfolgte eine Rückgang um 32 Prozent.

Die Ursachen für Demenzerkrankungen wie Morbus Alzheimer sind bis heute nicht vollständig geklärt. Das macht eine gezielte Prävention von Demenzerkrankungen besonders schwierig. Die Phase II der Trailblazer-Alz-Studie lassen Lilly hoffen, eine wirksame Therapie gegen die neurodegenerative Erkrankung gefunden zu haben. „Wir freuen uns außerordentlich über diese positiven Ergebnisse für Donanemab als potenzielle Therapie für Menschen mit Alzheimer-Krankheit, der einzigen aktuellen Todesursache ohne eine existierende Behandlung, die das Fortschreiten der Krankheit verlangsamt. Wir freuen uns darauf, die Daten der Trailblazer-Alz-Studie und die nächsten Schritte zu diskutieren“, berichtet Dr. Mark Mintun, Vizepräsident des Bereichs Schmerz und Neurodegeneration.

In der randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Multicenter-Studie wurden 272 Patienten mit symptomatischer Alzheimer-Erkrankung im frühen Stadium eingeschlossen. Die Auswahl erfolgte anhand von kognitiven Tests und Bildgebungsdaten zur Amyloid- und Tau-Darstellung. Tau-Proteine übernehmen stützende Funktionen. Sie binden an weitere Zytoskelett-Proteine und sorgen so für Stabilität. Bei Alzheimer-Patienten finden sich sowohl Amyloid- als auch Tau-Ablagerungen im Gehirn. Da die beiden Proteine die stören die Kommunikation in und zwischen den Nervenzellen dauerhaft stören kommt es zum Absterben.

Donanemab bindet spezifisch an einen Abschnitt im aggregiertem Beta-Amyloid. Hierdurch soll das in den Amyloidplaques befindliche N3-Pyroglutamat-modifizierte Beta-Amyloid gezielt aus dem Gehirn eliminiert werden. Lilly verfolgt mit dem Wirkstoffkandidaten einen anderen Ansatz als andere Hersteller. Diese setzten in der Vergangenheit häufig auf Substanzen, die auf lösliche Oligomere abzielen. Die weiterführenden Studien werden zeigen, ob der neue Therapieansatz funktioniert.

In der Phase-II-Studie konnte der primäre Endpunkt erreicht werden. Die sogenannten iADRS-Werte (Integrated Alzheimer's Disease Rating Scale) reduzierten sich innerhalb der Wirkstoffgruppe um 32 Prozent gegenüber Placebo. Hierbei handelt es sich um ein Tool, welches Kognition und Alltagsfunktion kombiniert betrachtet. Lilly berichtet, dass das Fortschreiten der Erkrankung um etwa ein Drittel reduziert werden konnte. Auch für alle sekundären Endpunkte gab es Hinweise, dass Donanemab Vorteile gegenüber Placebo aufweist. Nicht immer waren die Ergebnisse signifikant.

Auch in bildgebenden Verfahren konnte die positive Wirkung des Kandidaten nachgewiesen werden. In Woche 76 zeigte sich innerhalb der Wirkstoffgruppe eine Reduktion der Amyloidplaques um 84 Zentiloide im Vergleich zur Baseline. Die Zentiloid-Methode dient der Standarisierung auf eine allgemein gültige Skala.