Aluminium als Adjuvans: Keine Gefahr 04.05.2026 13:36 Uhr
Aluminium kommt als Adjuvans in Therapieallergenen zum Einsatz und wird so immer wieder zum Streitthema. Ob der Zusatz des silbrig-weißen Leichtmetalls gefährlich oder unbedenklich ist, hat das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) erneut bewertet.
Adjuvanzien verstärken die immunologische Wirkung von Allergenen und wirken als Depot. Ein Beispiel ist Aluminiumhydroxid, das sich seit vielen Jahrzehnten als Wirkverstärker bewährt hat. Die Allergene (Antigene) sind an das schwerlösliche Aluminiumhydroxid adsorbiert. Die gesundheitliche Unbedenklichkeit der Aufnahme von Aluminium wird immer wieder kritisch hinterfragt. Untersuchungen an Tieren stützen die Bedenken, lassen aber kein schlüssiges Bild zu. Dies hat verschiedene Gründe: sehr hohe Aluminiumexpositionen oder fragwürdige Methoden.
Der Aluminiumgehalt ist durch das Europäische Arzneibuch auf maximal 1,25 mg pro Dosis beschränkt. In Deutschland sind 54 Therapieallergene zur Behandlung unterschiedlicher Allergien zugelassen; 43 davon sind zur subkutanen Anwendung. Von denen enthalten 79 Prozent Aluminiumhydroxid als Adjuvans. Die Präparate enthalten 0,3 bis 1,135 mg/ml Aluminium, was einer Menge von 0,1875 bis 1,135 mg Aluminium pro Erhaltungsdosis bei einer subkutanen Anwendung entspricht. Individuell hergestellte Rezepturen enthalten in der Regel weniger Aluminiumgehalt – 0,18 bis 0,52 mg/Erhaltungsdosis. Die Werte beziehen sich auf das reine Aluminium, nicht seine Verbindungen.
Das PEI hat eine Sicherheitsbetrachtung durchgeführt und dabei verschiedene Aspekte berücksichtigt:
- die lokale Verträglichkeit,
- die systemische Toxizität von in den Blutkreislauf gelangtem (resorbiertem) Aluminium,
- die Langzeitbelastung mit akkumuliertem Aluminium,
- das Sensibilisierungspotenzial von aluminiumhaltigen Verbindungen.
Das Fazit: Die spezifische Auswertung der Meldungen von Verdachtsfällen zu Nebenwirkungen von Therapieallergenen von 1986 bis 2025 ergab kein Sicherheitssignal, so das PEI.
„Es sind keine Daten aus klinischen Prüfungen oder der Spontanerfassung von Nebenwirkungen bekannt, die eine Gefährdung von Kindern oder Erwachsenen durch eine subkutane Allergen-Immuntherapie mit Produkten, die Aluminium als Adjuvans enthalten, zeigen“, stellt das PEI klar. Auch neuere Modellsimulationen unterstützen diese Einschätzung. Die derzeitige Datenlage lasse zudem bei der Anwendung von Aluminiumhydroxid keine Erhöhung eines Allergie-Risikos erkennen.
Der Beitrag einer Behandlung mit aluminiumhaltigen Therapieallergenen zur lebenslangen Akkumulation von Aluminium im Organismus ist im Vergleich zu anderen Quellen als gering einzustufen, so das PEI. „Das Nutzen-Risiko-Verhältnis von Al-adjuvantierten Allergenen ist positiv“, so das Fazit.
Allerdings sollte bei gleichzeitiger Behandlung mit mehreren Allergenpräparaten sowie bei Verlängerung der Therapie bis hin zu einer lebenslangen Anwendung das Risiko einer erhöhten Aluminium-Belastung bei der Therapieentscheidung berücksichtigt werden.