Adrenalin-Nasenspray: Zulassung für jüngere Kinder 08.04.2026 15:12 Uhr
Das Notfallnasenspray Eurneffy kann jetzt auch in niedriger Dosierung bei jüngeren Kindern zum Einsatz kommen. Das im Präparat enthaltene Adrenalin leistet schnelle Hilfe bei einem anaphylaktischen Schock.
Anaphylaxie ist die schwerste Form einer allergischen Reaktion. Sie kann lebensbedrohlich sein und erfordert eine sofortige medizinische Intervention. In Europa liegt die Inzidenz der Anaphylaxie bei Kindern bei etwa 1 bis 761 pro 100.000 Kinder und Jahr, mit einer höheren Prävalenz bei Jungen. Dabei sind Lebensmittel der häufigste Auslöser von Anaphylaxien bei Kindern und machen mehr als zwei Drittel der Fälle aus. Zudem nehmen Krankenhausaufenthalte infolge von Nahrungsmittelallergien bei Kindern zu.
Nasenspray für schnelle Hilfe
Das Notfallnasenspray von Alk-Abelló kann nun auch bei Kindern mit einem Körpergewicht zwischen 15 und 30 kg eingesetzt werden. Dieses Körpergewicht erreichen Kinder in etwa mit drei Jahren, sprich 36 Monaten.
Die EU-Kommission hat für das Präparat mit 1 mg Adrenalin die Zulassung erteilt. Damit folgt die Kommission der Einschätzung des Humanarzneimittelausschusses (CHMP) bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA). Im Januar wurde eine Indikationserweiterung für Eurneffy 1 mg empfohlen.
Die höher dosierte Variante mit 2 mg Adrenalin für Erwachsene und Kinder ab 30 kg Körpergewicht ist bereits seit 2024 zugelassen. Auf dem Markt ist es in Deutschland seit Mai vergangenen Jahres.
Anaphylaktischer Schock
Für Kinder, die nach Insektenstichen oder bestimmten Nahrungsmitteln heftige allergische Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock zeigen, stellt das Nasenspray eine Alternative zur i.m.-Gabe mittels Autoinjektor dar. Laut der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) scheint das Nasenspray genauso wirksam zu sein wie die i.m.- Gabe mittels Autoinjektoren oder direkter Injektion von Epinephrin. Aber: Es sei mit etwas mehr systemischen Nebenwirkungen zu rechnen als unter den Epinephrin-Autoinjektoren.
Wirkstoff gegen Anaphylaxie
Epinephrin ist ein nicht selektiver Agonist an α- und β-Adrenorezeptoren. Dadurch vermindert es die histamininduzierte Vasodilatation und Gefäßpermeabilität, die während der Anaphylaxie auftritt. Des Weiteren wirkt Epinephrin dem anaphylaxiebedingten Blutdruckabfall durch eine Erhöhung von Herzfrequenz und Schlagvolumen entgegen. Epinephrin führt zudem zur Entspannung der glatten Bronchialmuskulatur und lindert auch Pruritus, Urtikaria und Angioödeme bei Anaphylaxie.