Farbstoffe, Konservierungsmittel & Co.

Zusatzstoffe: Mehr als die Hälfte versucht sie zu meiden APOTHEKE ADHOC, 15.09.2021 14:50 Uhr

  • Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat eine Spezial-Ausgabe des Verbrauchermonitors zur Wahrnehmung von Lebensmittelzusatzstoffen veröffentlicht.
Berlin -

Der Verbrauchermonitor des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) beschäftigt sich im Rahmen einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage regelmäßig mit verschiedenen gesundheitlichen Themen. Kürzlich wurde eine Spezial-Ausgabe zur Wahrnehmung von Lebensmittelzusatzstoffen veröffentlicht.

In der Regel dienen Zusatzstoffe dazu Lebensmittel bunter, haltbarer oder intensiver zu machen – Eigenschaften, die von den meisten Befragten der Studie als wichtig oder sehr wichtig eingestuft wurden. Hinter festgelegten E-Nummern verbergen sich Farb- und Konservierungsstoffe, Emulgatoren und Süßungsmittel. Einige von ihnen genießen keinen guten Ruf und auch der Verbrauchermonitor des BfR zeigt: 55 Prozent der Bevölkerung versuchen Zusatzstoffe beim Kauf von Lebensmitteln zu vermeiden.

„Viele Menschen sorgen sich über mögliche gesundheitliche Folgen, gleichzeitig fühlen sie sich nicht gut über Zusatzstoffe informiert“, erklärt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Lebensmittelzusatzstoffe werden in Europa streng geprüft. Nur wenn gesundheitliche Beeinträchtigungen bei der vorgesehenen Verwendung nicht zu erwarten sind, dürfen sie eingesetzt werden.“ Bei den meisten Befragten ist das wahrgenommene gesundheitliche Risiko von Zusatzstoffen größer als deren eingeschätzter Nutzen. Bei Süßungsmitteln, Farbstoffen und Geschmacksverstärkern gaben dies jeweils über 40 Prozent der Befragten an. Dabei verbinden sie vor allem mögliche Unverträglichkeiten sowie die Förderung von Krebs und Übergewicht mit Lebensmittelzusatzstoffen.

Es zeigte sich zudem, dass die Befragten ihr Wissen über diese Zusatzstoffe als gering einschätzen: Sie fühlen sich nicht gut informiert, wenn es um Funktionen und mögliche gesundheitliche Risiken geht. Selbst häufige Vertreter sind vielen Befragten nicht bekannt: Jeweils über 40 Prozent der Befragten geben an, den Geschmacksverstärker Mononatriumglutamat und das Süßungsmittel Aspartam nicht zu kennen. Auch die vorrangige Funktionsgruppe einzelner Zusatzstoffe ist oft nicht bekannt: „Zwar weiß die Mehrheit, dass Carotin als Farbstoff verwendet wird, bei Milchsäure wissen hingegen nur etwa ein Viertel der Befragten, dass diese hauptsächlich als Konservierungsstoff genutzt wird“, so das BfR.

Was sind eigentlich Zusatzstoffe?

Ein Lebensmittelzusatzstoff wird als Stoff mit oder ohne Nährwert, der einem Lebensmittel aus technologischen Gründen zugesetzt wird definiert. In der EU dürfen sie nur verwendet werden, wenn sie zugelassen sind. Dafür muss nachgewiesen werden, dass der Stoff für die vorgesehene Verwendung gesundheitlich unbedenklich ist. „Außerdem muss eine technologische Notwendigkeit für den Zusatz bestehen und Verbraucherinnen und Verbraucher dürfen durch die Verwendung des Lebensmittelzusatzstoffs nicht irregeführt werden“, erklärt das BfR. Ein in der EU zugelassener Lebensmittelzusatzstoff erhält eine E-Nummer und muss in der Zutatenliste angegeben werden.