Zugunglück: Apotheker als Ersthelfer 30.10.2026 15:43 Uhr
Beim verheerenden Zugunglück in Spanien gehörte ein Apotheker zu den Ersthelfern. Sichtlich erschüttert berichtete er den Medien, welche traumatisierenden Erfahrungen er dabei machen musste.
Antonio Garcia Condado ist Apotheker aus Urda, der Stadt in der Provinz Toledo, in deren Nähe sich der tragische Zusammenstoß zweier Schnellzüge ereignete. Er war einer der ersten Retter am Unfallort. Er sei in sein Auto gesprungen, nachdem ihm seine Tochter vom Unglück erzählt habe, berichtet er gegenüber dem Portal „EWTN News“.
Zuerst habe er noch gedacht, es sei keine allzu große Sache. Auf der Straße seien kaum Autos unterwegs gewesen, auch an der Unfallstelle sei alles unheimlich still gewesen. Dann habe er entdeckt, dass mehrere Waggons so ineinander verkeilt waren, dass sie kaum noch als solche zu erkennen waren. „Überall waren Metallteile, und dazwischen Leichen und Sterbende.“
„Es gab dort keine Schreie, vielleicht weil sie keine Kraft hatten, überhaupt zu sprechen. Einige bewegten ihre Hände inmitten der Leichen.“ Ein Passagier habe sich von seiner Frau verabschiedet und sie gebeten, sich um die Kinder zu kümmern. Ein anderer Mann habe ganz ruhig nach einem Krankenwagen gefragt – obwohl er seinen Arm verloren hatte.
Nachdem er sich zunächst vollkommen hilflos gefühlt hatte, sei er dann sofort in die Apotheke zurückgekehrt und habe sämtliches Sanitärmaterial ins Auto geladen. Zusammen mit seiner gesamten Familie sei er dann an den Unfallort zurückgekehrt. „Mein Sohn kam mit mir, auch meine Tochter, meine Frau, die Assistentin, die ich habe. Wir haben die Apotheke praktisch leer gelassen und versucht zu helfen.“
Sicherheitskräfte hätten ihn angewiesen, an einer besonders betroffenen Stelle zu helfen. Den ganzen Vormittag lang seien er und seine Begleiter im Einsatz gewesen, immer wieder habe er Sanitätsmaterial und Medikamente herbeigeschafft. Ihm habe sein Glaube in diesem schwierigen Moment geholfen, so der 78-Jährige im Interview.