Abnehmpflaster & Co.

Wundermittel: Charité kämpft gegen Deep Fakes 24.04.2026 15:03 Uhr

Berlin - 

Blutzuckermessgeräte, Pulsoximeter, Abnehmpflaster: Die Charité kämpft aktuell gegen eine Flut KI-generierter Werbeanzeigen auf Social Media. Darüber klärt das Klinikum in einem aktuellen Instagram-Clip auf. „Es stimmt einfach nicht!“, betont Professor Dr. Peter Vajkozcy, Klinikdirektor der Charité-Neurochirurgie, im Video. Auch mit seinem Gesicht wird in den falschen Anzeigen geworben.

„Mich kotzt gerade total an, dass diese ganzen Fake-Videos mit meinem Gesicht kursieren und die Charité auch noch mit reingerissen wird“, erklärt Vajkozcy im Video. „Und dann heißt es plötzlich: „Charité und Vajkoczy machen irgendwie Werbung für komische Medikamente.“

„Es stimmt einfach nicht!“

Vajkoczys Konterfei ist unter anderem mit einem „natürlichen Heilmittel gegen Gedächtnisverlust“ in Verbindung gebracht worden. Zu sehen ist der Neurologe selbst mit einer gefälschten Bauchbinde des Senders ntv. Die Bildunterschrift: „Alzheimer Rückgängig gemacht: Neue Hoffnung durch bahnbrechende Therapie“.

Es sei klar, dass solche Falschmeldungen nerven. „Aber ich kann allen sagen: Es stimmt einfach nicht!“

KI-generierte Werbung mit Charité-Logo

„Es finden sich derzeit leider immer wieder betrügerische Werbeanzeigen auf Social-Media Plattformen, die unerlaubt das Logo oder den guten Namen der Charité für ihre Zwecke missbrauchen oder mit bekannten Medizinern oder angeblichen Mitarbeitenden der Charité werben“, erklärt Pressesprecher Markus Heggen.

Auf Facebook und anderen Social-Media-Plattformen kursieren laut ihm derartige Anzeigen über ein neuartiges Blutdruckmessgerät, eine Tablette, die gegen Demenz helfe und ein innovatives Abnehmpflaster. Die genaue Zahl gefälschter Werbeanzeigen lasse sich nur schwer benennen, da die Beiträge sich teilweise ähneln.

Produkte frei erfunden

„2024 haben wir erstmals ein vermehrtes Aufkommen von Fake-Werbung beobachtet und einen entsprechenden Hinweis auf unserer Website eingestellt“, erklärt Heggen weiter. Seitdem stieg die Zahl der beobachteten und gemeldeten Werbebeiträge rasant an, wobei bei der Erstellung verstärkt KI eingesetzt werde.

„Diese Anzeigen sind komplett mit KI generiert und auch die Produkte sind frei erfunden“, klärt Anja Danneberg vom Social-Media-Team der Charité im Instgram-Clip auf. Manchmal würde sogar angebliche bekannte Ärztinnen und Ärzte die Produkte bewerben. „Aber auch deren Gesichter sind mit KI generiert worden.“

„Lasst euch nicht für dumm verkaufen!“

Thorben Meyer-Odewald, Syndikusrechtsanwalt der Charité, stellt im Video klar: „Charité-Professorinnen und Professoren werben niemals für Gesundheitsprodukte.“ Als Warnsignale benennt er übermäßig hohe Preise, komplizierte Verkaufswege sowie ein fehlerhaftes oder fehlendes Impressum. Besondere Vorsicht sei immer dann geboten, wenn emotionaler Druck ausgeübt werde oder unrealistische Wunderheilungen versprochen würden.

Ob durch die von Anzeigen und Abmahnungen bereits konkrete Erfolge gegen die Hintermänner erzielt werden konnte, betreffe juristische Aspekte, „zu denen wir uns derzeit nicht öffentlich äußern möchten“, ergänzt Heggen auf Nachfrage.

„Wir als Rechtsabteilung der Charité gehen konsequent gegen betrügerische Webseiten und Deep Fakes im Netz vor“, betont Meyer-Odewald weiter. Sein Appell im Clip: „Lasst euch nicht für dumm verkaufen!“