West-Nil-Fieber

Forscher infizieren Mücken dpa, 31.01.2013 09:52 Uhr

Kampf gegen West-Nil-Fieber: Am Hamburger Bernhard-Nocht-Institut wird die Ausbreitung der Culex-Mücken untersucht. Foto: Elke Hinkelbein
Berlin - 

243 Menschen waren im vergangenen Jahr in den USA am West-Nil-Fieber gestorben. Wissenschaftler vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) wollen herausfinden, ob auch deutsche Mücken das West-Nil-Fieber übertragen.

„Die Frage ist, ob sich die Viren in den Mücken vermehren und so überleben können“, sagt eine BNI-Biologin. Die Forscher haben schon zahlreiche Mücken aus Deutschland unter die Lupe genommen und sie im Labor mit West-Nil-Viren infiziert.

Vermehren sich die Viren in den Mücken, könnten die Insekten sie möglicherweise auf Menschen oder Vögel übertragen. Im Gebäude des BNI gibt es für die Experimente ein Hochsicherheits-Insektarium.

Das Tückische am West-Nil-Fieber ist, dass es bei vielen Menschen unbemerkt verläuft. Eine Infektion kann zu grippeähnlichen Beschwerden und in bestimmten Fällen zu lebensgefährlichen Entzündungen des Gehirns oder der Hirnhäute führen. Hierzulande gibt es bislang nur eingeschleppte Krankheitsfälle.

Zurzeit wird am BNI mit einem neuartigen Gentest untersucht, ob die Culex-Mücken, die in den USA für die hohe Zahl der Krankheiten verantwortlich sind, auch in Deutschland vorkommen. Es gibt unterschiedliche Culex-Arten, wobei ein Teil vor allem Vögel und ein anderer eher Menschen sticht.

Die verschiedenen Arten können auf den ersten Blick nicht leicht auseinander gehalten werden. Deshalb haben die BNI-Wissenschaftler den Gentest entwickelt. Er soll dabei helfen, die Verbreitung der Culex-Mücken in Deutschland besser beurteilen zu können.

Diese Untersuchung gehört zu einem Projekt, bei dem eine Mückenkarte erstellt werden soll. Wissenschaftler mehrerer Institute wollen sich ein realistisches Bild über die mögliche Infektionsgefahr durch eigentlich tropische Viren machen – und im Ernstfall gewappnet sein.