Vom Arzt verordnet: Mehr Bewegung auf Rezept 07.04.2026 11:59 Uhr
Um Kindern und Jugendlichen den nötigen Startimpuls für ein aktives und gesundes Leben zu geben, können Ärztinnen und Ärzte in Rheinland-Pfalz nun ein „Rezept für Bewegung“ verschreiben. Viele Kinder erreichten nicht die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für eine körperliche Mindestaktivitätszeit, teilt die Landesärztekammer mit. Dadurch ergäben sich viele negative Folgen für die Gesundheit.
„Die Folgen von Bewegungsmangel zeigen sich oft erst im fortgeschrittenen Alter. Daher kann man in jungen Jahren mit viel Sport und Bewegung für ein gesundes Alter vorsorgen“, sagte der Präsident der Landesärztekammer, Günther Matheis, der Mitteilung zufolge. Der Empfehlung der WHO zufolge sollten sich Kinder und Jugendliche im Schnitt 60 Minuten am Tag bewegen.
Sport gegen Einsamkeit
Das „Rezept für Bewegung“ werde in Rheinland-Pfalz vom Landessportbund, der Landeszentrale für Gesundheitsförderung (LZG) und der Landesärztekammer vorangetrieben und vom Land unterstützt. Es sei eine Empfehlung der Ärztin an den oder die Patientin. Darauf können etwa mehr Alltagsbewegung, regelmäßige Bewegung durch ein Sport- und Bewegungsangebot oder regelmäßiges Schwimmen zur Absicherung der Schwimmfähigkeit empfohlen werden.
Es diene nicht nur als präventive Maßnahme zur Förderung körperlicher Aktivität, sondern wirke auch Einsamkeit und sozialer Isolation entgegen. „Sport in Gemeinschaft schafft Zugehörigkeit und neue Freundschaften – und kann so ein wirksames Gegenmittel gegen Vereinzelung sein“, hieß es.
Eltern als Vorbild
Am besten lasse sich der eigene Nachwuchs durch ein gutes Vorbild für Bewegung und Sport begeistern. „Wenn die Familie zusammen aktiv ist, erleben Kinder Spaß an der Bewegung und nehmen diese Erfahrung ins spätere Leben mit“, so die Vorsitzende der LZG, Ursula Rieke.
Das „Rezept für Bewegung“ ist eine freiwillige ärztliche Leistung, die nicht über Krankenkassen abgerechnet werden kann, hieß es. Die Kosten für Vereinsmitgliedschaften und Sportkurse müssten die Patienten selbst tragen, jedoch bezuschussen einige Krankenkassen Sportkurse. Zudem können Kinder und Jugendliche die Mitgliedschaft in einem Sportverein demnach über das sogenannte Bildungspaket des Bundes finanziell unterstützt bekommen.