Versicherungen

Hebammen rebellieren gegen Haftpflichtprämien dpa, 30.06.2016 18:24 Uhr

Steigende Versicherungsbeiträge: Schon 2014 demonstrierte der Deutsche Hebammenverband (DHV) in Berlin wegen hoher Haftpflichtversicherungsprämien. Foto: Fo Andrea Sturm, DHV
Berlin - 

Wegen steigender Haftpflichtprämien schlagen die Hebammen erneut Alarm. Der Deutsche Hebammenverband (DHV) mahnte dringend „eine tragbare Lösung“ an. Anderenfalls würden immer mehr Hebammen aus ihrem Beruf aussteigen, sagte DHV-Präsidentin Martina Klenk. Zum 1. Juli steigt die jährliche Versicherungsprämie für freiberufliche Hebammen von derzeit 6274 Euro um rund neun Prozent auf 6843 Euro.

Die Krankenkassen verweisen allerdings auf die mit den Hebammen vereinbarten Ausgleichszahlungen. „Steigen die Prämien beispielsweise um neun Prozent, erhöhen sich auch die Zahlungen der gesetzlichen Krankenkassen um neun Prozent“, betonte der Sprecher des GKV-Spitzenverbands, Florian Lanz.

Der Hebammenverband hält dies jedoch für nicht ausreichend. Trotz des sogenannten Sicherstellungszuschlags müssten die Hebammen ab Juli mindestens 1954 Euro ihrer Prämie selbst bezahlen. Zudem erhalte nur ein Teil der betroffenen Hebammen den Zuschlag.

Die Prämien für ihre Berufshaftpflichtversicherung sorgt bei den Hebammen seit Jahren für Unmut. Die Versicherung greift, wenn das Kind durch einen Fehler bei der Geburt schwer geschädigt wird.