Thüringen

Hilfe für Hochwasser-Apotheken Alexander Müller, 06.06.2013 10:09 Uhr

Spenden für Flutopfer: In Thüringen sammeln die Apotheken für ihre vom Hochwasser betroffenen Kollegen. Foto: Jürgen Uhlig
Berlin - 

Von den schweren Überschwemmungen sind auch in Thüringen mindestens zehn Apotheken betroffen. Besonders heftig haben die Fluten die Städte Gera, Gößnitz und Greiz im Altenburger Land getroffen. Die Landesapothekerkammer und der Thüringer Apothekerverband rufen zu einer Spendensammlung für die Kollegen auf.

Durch Greiz fließt die Weiße Elster. Die Apotheken wurden immerhin vier Stunden, bevor die Welle kam, gewarnt und konnten sich so zumindest teilweise vorbereiten. Die Rosen-Apotheke ist komplett überschwemmt worden und derzeit nicht zu erreichen. Bei der Brücken-Apotheke ist der Keller voll gelaufen – in dem der Kommissionierautomat steht. Dieser konnte nicht mehr ausgeräumt werden, der Schaden dürfte in die Hunderttausende gehen.

In Gera ist bei einer Zyto-Apotheke ebenfalls der Keller vollgelaufen, in dem das Vorratslager und die Kühlschränke standen. Der Betrieb werde heute wieder aufgenommen, der Schaden sei noch nicht zu beziffern, sagt die Inhaberin.

Laut Kammergeschäftsführer Danny Neidel sind eine weitere Apotheke in Greiz sowie insgesamt sechs Apotheken in Gera und eine in Gößnitz mit unterschiedlicher Intensität betroffen.

Die Kammer hat eine Übersicht erstellt und die Bevölkerung auch über den Notdienst informiert. „Wir haben bei Kollegen gefragt, ob sie Notdienste übernehmen können. Über die große Hilfsbereitschaft haben wir uns sehr gefreut“, so Neidel.

Zum Teil mussten Dienste sogar parallel organisiert werden, da einige Stadtteile wegen der Flut gar nicht zu erreichen waren. „Trotzdem gab es keine Versorgungsengpässe, das macht uns schon ein bisschen stolz“, so Neidel. Die Aufsichtsbehörde, das Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz, habe sich dagegen bislang nicht bei den Apotheken gemeldet.

Am Freitag und Samstag findet in Bad Blankenburg der Thüringer Apothekertag statt. Kammer und Verband hatten über eine Absage nachgedacht, sich dann aber dagegen entschieden. Sie wollen die Veranstaltung nutzen, um für die betroffenen Kollegen zu sammeln.

Als Grundstock werden auf ein Spendenkonto die Einnahmen des Apothekertages eingezahlt. Aufgrund der Anmeldungen rechnen die Veranstalter mit einer Summe von rund 9000 Euro. Während des Apothekertages und besonders im Rahmen der Abendveranstaltung soll weiter gezielt um Spenden geworben werden, um die Schäden in den besonders betroffenen Apotheken abzufangen.