Statistisches Bundesamt

Sterbefälle während Juni-Hitze um ein Drittel höher 20.07.2026 13:40 Uhr

Berlin - 

Die Zahl der Sterbefälle während der Hitzephase in der letzten Juniwoche lag dem Statistischen Bundesamt zufolge nach vorläufigen Daten fast ein Drittel (32 Prozent) über dem Durchschnittswert der vier Vorjahre. Insgesamt seien in der Woche vom 22. bis 28. Juni in Deutschland etwa 23.900 gestorben, etwa 7100 mehr als noch zwei Wochen zuvor.

„Dass im Zusammenhang mit Hitze die gesundheitliche Belastung hoch ist und in Folge auch die Sterbefallzahlen ansteigen, ist ein bekannter Effekt, der in Sommermonaten bereits häufiger beobachtet wurde“, hieß es in der Mitteilung des Bundesamts.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte kürzlich Woche berichtet, dass die Hitzephase ab Mitte Juni geschätzt rund 5100 Menschen das Leben kostete. Allein in der Woche mit den besonders heißen Tagen vom 22. bis 28. Juni gab es dem RKI zufolge rund 4310 Hitzetote. Die Zahl der Hitzetoten übertrifft demnach damit schon zur Jahresmitte die Werte ganzer Vorjahre deutlich: 2023 bis 2025 waren es im Schnitt 2900 hitzebedingte Todesfälle pro Jahr. Die Art der Berechnung unterscheidet sich bei Statistischem Bundesamt und RKI.

Im zweiten Quartal des Jahres sind dem Bundesamt zufolge insgesamt rund 243.600 Menschen gestorben. „Die Sterbefallzahlen bewegten sich zumeist im Bereich der mittleren Werte der vier Vorjahre oder merklich darunter.“ Im Vergleich zu den mittleren Werten der Jahre 2022 bis 2025 lagen sie im April fünf und im Mai zwei Prozent unter den mittleren Werten der Vorjahre. Im Juni insgesamt lagen sie etwa neun Prozent über dem Vergleichswert.

Zi meldet Rekord bei 116117

Auch beim bundesweiten Patientenservice 116117 der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) machte sich die Hitzewelle bemerkbar. Wie die Zahlen des Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) zeigen, dass Ende Juni ein deutlicher Anstieg von täglichen Anfragen aufgrund von Sonnenbrand, Sonnenstich oder Hitzschlag zu verzeichnen war. 1159 Personen meldeten sich an den Hitzetagen vom 25. bis zum 28. Juni bei der 116117 wegen dieser Beschwerden. 760 dieser Personen benötigten nach Ersteinschätzung eine schnellstmögliche medizinische Versorgung.

Über das online verfügbare Patienten-Navi als Pendant zur Telefonnummer 116117 können sich Ratsuchende durch einen Chatbot eigenständig ersteinschätzen lassen. Berücksichtigt würden dabei unter anderem das Alter, Geschlecht, mögliche Notfallhinweise, akute und chronische Beschwerden sowie individuelle Risikofaktoren, so das Zi. Anschließend werde eine Empfehlung ausgesprochen, wie dringend eine ärztliche Abklärung erforderlich ist und an welche Anlaufstelle man sich wenden sollte. Eine Diagnosestellung erfolge hier online nicht.