Spanien: Mehr als 200 hitzebedingte Todesfälle seit Sonntag 25.06.2026 13:36 Uhr
Die erste Hitzewelle des Sommers hat in Spanien nach einer offiziellen Schätzung innerhalb von vier Tagen mehr als 200 Menschenleben gefordert. Zwischen Sonntag und Mittwoch sei eine Übersterblichkeit von 212 Todesfällen registriert worden, teilte das System zur Überwachung der täglichen Sterblichkeit der Universität Carlos III in Madrid mit. Diese werden den ungewöhnlich hohen Temperaturen von bis zu gut 45 Grad zugeschrieben.
Der Tag mit der höchsten Übersterblichkeit war demnach der Mittwoch mit 95 Todesfällen – fast die Hälfte der Gesamtzahl in dem viertägigen Zeitraum. Am Dienstag wurden 66 hitzebedingte Todesfälle registriert, am Montag 38 und am Sonntag 13.
Jedes Jahr gibt es in Spanien Tausende Sterbefälle, die offiziell den hohen Temperaturen zugeschrieben werden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Madrid gab es zwischen dem 16. Mai und dem 30. September 2025 landesweit 3832 hitzebedingte Todesfälle.
Mittelmeerküste blieb von Hitzewelle weitgehend verschont
Hitzeperioden führen nicht nur in Spanien regelmäßig zu einem Anstieg der Mortalität. In vielen bzw. in den meisten Fällen führt aber die Kombination aus Hitzeexposition und bestehenden Vorerkrankungen zum Tod.
Die Hitzewelle, die seit dem Wochenende große Teile Europas erfasste, ging in Spanien nach Angaben des Wetterdienstes Aemet am Donnerstag zu Ende. Dienstag und Mittwoch gehörten laut der Behörde zu den heißesten Tagen, die in Spanien seit Beginn der Erfassungen im Jahr 1950 für diesen Monat gemessen wurden. Am stärksten betroffen waren die zentralen und nördlichen Regionen des Landes. Die bei Urlaubern beliebte Mittelmeerküste blieb weitgehend verschont, ebenso wie die Balearen mit der Urlaubsinsel Mallorca. Dort gab es in den vergangenen Tagen keine hitzebedingten Todesfälle.
WHO-Chef: 500.000 Hitzetote weltweit pro Jahr
Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt angesichts der aktuellen Hitzewelle vor der tödlichen Gefahr von hohen Temperaturen. „Extreme Hitze zählt zu den schwerwiegendsten und am schnellsten wachsenden Gesundheits- und Sicherheitsbedrohungen, die durch den Klimawandel entstehen“, sagte Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus. Rund eine halbe Million Menschen würden jährlich weltweit an Hitzefolgen sterben, doch viele dieser Todesfälle seien vermeidbar, sagte Tedros. Der Fokus der Schutzmaßnahmen sollte aus Sicht der WHO besonders auf Risikogruppen liegen. Dazu gehören nicht nur Alte, Kranke, Schwangere und Kinder, sondern auch Arbeiter und sozial benachteiligte Menschen.
Laut einer wissenschaftlichen Studie zu globalen Temperaturen und Todesfällen zwischen 2000 und 2019 gab es in dem Zeitraum zwar weitaus mehr Kälte- als Hitzetote. Doch die Forscher fanden auch heraus, dass die kältebedingte Todesrate in diesem Zeitraum abnahm, während die hitzebedingte Todesrate anstieg.
Auch bei Massenveranstaltungen wie der aktuellen Fußballweltmeisterschaft könnten Hitzewellen zu einer großen Gesundheitsgefahr werden, betonte Tedros. Die WHO arbeite deshalb mit dem Weltfußballverband FIFA und den drei Gastgeberländern zusammen, damit Frühwarnsysteme, Trinkwasser und Abkühlungs-Maßnahmen zur Verfügung stünden, berichtete der WHO-Chef.