Rheinland-Pfalz

Apotheker warnen vor Arzneimittelfälschungen APOTHEKE ADHOC, 09.08.2013 14:06 Uhr

Apotheker warnen: 6 bis 7 Prozent der Arzneimittel in Industrieländern sind wirkstofffreie oder gefährliche Fälschungen. Foto: Elke Hinkelbein
Berlin - 

Die Apotheker in Rheinland-Pfalz warnen vor Arzneimittelfälschungen. Zusammen mit der Landesärztekammer, dem Gesundheitsministerium und Pharmaunternehmen haben die Apotheker einen Flyer entworfen. Damit sollen Patienten über die Gefahren aufgeklärt werden, die von gefälschten Arzneimitteln ausgehen. Die Flyer sollen in Apotheken und Arztpraxen verteilt werden.

Mit einer behaarten Frauenbrust, einem Mann mit langer Nase und übergroßen Ohren und dem Slogan „Da bekommen Sie mehr als Sie möchten“ machen die Kooperationspartner auf das Thema aufmerksam.

Den Patienten wird empfohlen, gefälschte Arzneimittel „auf keinen Fall“ einzunehmen und sie stattdessen zu Arzt oder Apotheker zu bringen. „Er wird dann im Verdachtsfall die zuständigen Behörden informieren“, heißt es in der Patienteninformation.

Den Verbrauchern wird außerdem empfohlen, auf Auslandsreisen keine Arzneimittel zu kaufen, die in Deutschland rezeptpflichtig sind. Wer Medikamente im Internet bestellt, sollte darauf achten, dass der Anbieter das offizielle Sicherheitslogo auf seiner Seite führt und vorab das Rezept einfordert.

Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Landesapothekerkammer, wirbt für den Vertriebsweg Apotheke: „In der Apotheke vorrätig gehaltene Arzneimittel werden regelmäßig gesichtet und gegebenenfalls an die zuständigen Stellen zur genauen chemischen Untersuchung weitergeleitet, sollte ein Verdacht auf ein gefälschtes Arzneimittel aufgekommen sein.“

Der Präsident der Landesärztekammer, Professor Dr. Frieder Hessenauer, erklärt, dass die Patienten durch die Aktion aufgeklärt werden sollen, „damit die lebensgefährlichen Verlockungen von Arzneimittelfälschern kein Interesse finden“.

Mit einer Pinocchio-Nase hatte im vergangenen Jahr bereits die Landesapothekerkammer Baden-Württemberg auf Vorurteile gegen Apotheker aufmerksam gemacht: Bei Aussagen wie „Weniger Apotheken kosten weniger Geld“ bekamen die Abgebildeten eine lange Nase. Die Apothekerkammer Brandenburg übernahm die Kampagne mit dem Claim „Wir stoßen Sie mit der Nase drauf“.