PHP-Bedrohung: Auch Apotheken betroffen 21.10.2026 23:26 Uhr
Sicherheitslücken in der Programmiersprache PHP haben zu einem Ausfall mehrerer Internetseiten geführt. Auch die Apotheken bekommen die Bedrohung zu spüren, denn Betreiber verschiedener Dienste mussten ihr Angebot offline schalten. Betroffen waren etwa Gedisa, auch Kliniken wie die Charité in Berlin stellten ihr Internetangebot ab. Auch APOTHEKE ADHOC war seit dem frühen Abend offline.
In einer Vorab-Ankündigung informierten die Entwickler von PHP gestern über zwei Schwachstellen in der Programmiersprache. Das teilte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) mit. Die Bewertungen legten demnach nahe, dass es Angreifern dadurch gelingen könnte, aus der Ferne schadhafte Codes auf Webservern mit PHP-Anwendungen auszuführen.
Deshalb gingen zahlreiche Internetseiten vorsorglich offline. Auch das Apothekenportal von Gedisa war zwischenzeitlich nicht erreichbar. Das Angebot sei vorsorglich vom Netz genommen worden, hieß es von der apothekereigenen IT-Gesellschaft. „Die Sicherheitslücke betrifft nicht unmittelbar eine Eigenentwicklung der Gedisa, sondern eine zugrunde liegende Softwarekomponente, die von zahlreichen Anbietern weltweit verwendet wird.“
Es werde mit Hochdruck an den erforderlichen Sicherheitsupdates gearbeitet. Inzwischen ist die Seite wieder online.
Bei der Abschaltung handele es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, stellte die Gedisa klar. Wann das Portal wieder läuft, sei unklar: „Ein verbindlicher Zeitpunkt lässt sich derzeit noch nicht nennen. Sobald das erforderliche Sicherheitsupdate verfügbar, installiert und erfolgreich geprüft ist, werden wir die Gedisa Services wieder freigeben.“
IhreApotheken.de informierte die Apotheken über einen möglichen Ausfall: Es könne erforderlich sein, einzelne Webanwendungen von IhreApotheken.de vorübergehend offline zu nehmen. „Sie müssen derzeit nichts unternehmen. Wir bitten Sie, mögliche Ausfälle zu entschuldigen“, heißt es in einem Kundenschreiben.
PHP ist einer der zentralen Bausteine in Webanwendungen weltweit und der Einsatz daher sehr weit verbreitet. Mit Kenntnis von Schwachstellen in derartigen weit verbreiteten Programmiersprachen könnte es Angreifern gelingen, massive Angriffskampagnen durchzuführen und IT-Systeme aus den unterschiedlichsten Anwendungsbereichen zu kompromittieren. Dem BSI zufolge sind aktuell noch keine Angriffe mithilfe der beiden Schwachstellen beobachtet worden, allerdings hält die Behörde IT-Sicherheitsverantwortlichen dazu an, unverzüglich zu handeln.