Inhaberin will nicht impfen

pDL-Topf: Apothekerin spricht von Strafzahlung 24.10.2026 08:37 Uhr

Berlin - 

Alle Apotheken zahlen in den pDL-Topf ein – unabhängig davon, ob sie selbst pharmazeutische Dienstleistung (pDL) anbieten oder nicht. Eine Apothekerin in der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde findet das falsch: Sie impfe aus Überzeugung nicht; dass sie trotzdem zahlen müsse, sei eine „Unverschämtheit“, erklärte sie der Nachrichtenplattform Come-on vom Märkischen Zeitungsverlag. „Die Apotheken werden im Grunde genommen dafür missbraucht, weil sie Geld abgezogen bekommen“, so Apothekerin Jacqueline Daly im Beitrag. 

„Kurioserweise wird uns aber für jedes verschreibungspflichtige Arzneimittel im Vorfeld schon 20 Cent abgezogen, um das in einen Topf zu sammeln, über den dann die einzelnen Apotheken abrechnen können. Das ist so kompliziert und hinterlistig und das haben wir erst jetzt herausgefunden“, erklärt sie das Prinzip des pDL-Topfs.

„Jede Apotheke zahlt in diesen Topf ein. Und aus diesem Topf werden die pDLs bezahlt. Und auch, wenn man keine pDL anbringt, wird das Geld trotzdem abgezogen“, so die Apothekerin.

Eigentlich wolle sie nicht impfen. „Meiner Meinung nach gehört eine Impfung in die Hand des Arztes.“ Sie wollen den Praxen keine Konkurrenz machen, außerdem sei sie nicht in der Lage, sofort zu handeln, wenn etwas passiere.

Aus wirtschaftliche Perspektive müsse sie ihre Meinung ändern: „Weil ich so viel für die pDL in den Topf einzahle und entsprechend viele Abzüge habe, würde ich das durch das Impfen neutralisieren können. Deshalb ist es vom Bund gesehen eine Unverschämtheit, dass ich für meine pharmazeutischen Dienstleistungen im Vorfeld bezahle. Und wenn ich sie nicht leiste, muss ich Strafe zahlen.“

Allerdings: Impfen gehört rechtlich nicht zu den pharmazeutischen Dienstleistungen nach § 129 Abs. 5e Sozialgesetzbuch (SGB V), sondern stellt eine eigene Leistung nach § 132e SGB V dar. Sie wird direkt mit den Krankenkassen abgerechnet. Auf Nachfrage wollte Daly sich nicht äußern.