Babypause beendet

Papa Apotheker ist wieder da APOTHEKE ADHOC, 24.02.2019 11:19 Uhr

Berlin -

Apotheker Christian Brand aus Kaiserslautern ist wieder da. Nach zehn Monaten Babypause kündigt er auf Facebook an, dass er „frisch motiviert“ wieder in der Apotheke am Schillerplatz anzutreffen ist. Die Zeit mit Baby Anna war toll – seine Apotheken hat er nicht vermisst. „Keine Sekunde“, wie er fröhlich bekennt.

Das erste Lächeln – er war dabei. Brei, Windeln, schlaflose Nächte, auch das gehörte dazu. Drei Monate war Brand komplett aus dem Tagesgeschäft seiner beiden Apotheken, danach hat er einmal in der Woche die wichtigsten Angelegenheiten geregelt. Seinen Mitarbeitern ist er dankbar: „So etwas funktioniert nur, wenn man ein tolles Team hat, auf das man sich verlassen kann. Und ich hatte einen Vertretungsapotheker“, sagt er. Seit einigen Jahren bleiben Väter gern für einige Zeit mit ihren Kindern zu Hause, zur Normalität ist es allerdings längst noch nicht geworden. „Es ist nach wie vor ungewöhnlich, dass Väter das machen“, hat der Apotheker festgestellt.

Für ihn ist die Tochter das vierte Kind, er hat drei Kinder aus einer früheren Beziehung. Auch Annas Mutter brachte Kinder mit in die Beziehung, ihre zwei leben im gemeinsamen Haushalt. Brands erste drei Kinder leben bei der Mutter, sind aber häufig zu Besuch. „Wir sind eine richtige Patchworkfamilie“, sagt Brand. Deshalb war es ihm wichtig, viel Zeit mit seiner kleinen Tochter zu verbringen. „Bei den ersten Kindern ging das leider nicht, ich habe damals angestellt in Leitungsfunktion gearbeitet.“

Auch Annas Mutter war während der Babypause zu Hause. „Wir konnten die Zeit als Familie richtig genießen.“ Eine luxuriöse Zeit, dessen ist sich der Apotheker bewusst. Aber eben auch ein Vorteil, wenn man selbstständig ist. In den kommenden Wochen und Monaten muss der Apotheker Liegengebliebenes aufarbeiten: „Besonders das Marketing liegt fast völlig brach.“

„Vor der Babypause hatte ich 50-Stunden-Wochen“, erzählt Brand. Künftig will er nur noch 30 bis 35 Stunden wöchentlich arbeiten. „Teilweise auch mit Kind, wir haben schon den Laufstall für Anna hier. Die Kunden freuen sich, wenn sie hier ist.“ Und auch die großen Geschwister lieben die Jüngste im Bunde. „Anna ist für alle wie ein Bindeglied, sie liebt alle“, erzählt Brand. Wenn alle sechs Kinder gleichzeitig zu Hause sind, wird es laut und lustig. „Ich spiele dann ein bisschen den Dompteur“, sagt Brand lächelnd. Babypause würde er jedem Vater empfehlen. „Man kann es jedem Mann nur raten, so intensiv verbringt man nie wieder Zeit mit seinem Kind. Es ist sehr beziehungsbildend und toll, alle Fortschritte mitzuerleben.“

Eineinhalb Monate nach Annas Geburt kam eine Hiobsbotschaft aus der Apotheke. Die Apotheke am Schillerplatz und die Filiale, die Stadt-Apotheke, standen nach Unwettern unter Wasser. In der Stadt-Apotheke stand der Keller-Pegel bei zehn Zentimeter, stieg dann auf 20 Zentimeter an. In der anderen Apotheke stand das Wasser bis zu 50 Zentimeter hoch, die Feuerwehr rückte an.

Mittlerweile sind alle Versicherungsfragen geklärt und nichts erinnert mehr an die schrecklichen Tage. „Wir haben einige Zeit gebraucht, im vergangenen Herbst waren dann die letzten Schäden beseitigt“, sagt Brand.