Öko-Test warnt vor Magnesiumpräparaten 28.05.2026 09:27 Uhr
Zu hoch dosiert, umstrittene Zusatzstoffe – jedes zweite Magnesiumpräparat ist laut Öko-Test überdosiert. Das Geld für die Nahrungsergänzungsmittel können sich gesunde Menschen in der Regel sparen, so das Fazit. Zudem seien die Produkte nicht zur Prävention von Krämpfen geeignet.
Insgesamt 28 Magnesiumpräparate aus unter anderem Apotheke, Drogerie und Supermarkt hat Öko-Test untersucht. Das Ergebnis: Die Nahrungsergänzungsmittel sind allesamt „unnötig“ und weisen zudem noch weitere Mängel auf.
Magnesium gilt als echter Allrounder und gehört zu den Topsellern unter den Nahrungsergänzungsmitteln. Der Mineralstoff ist wichtig für die Muskelkontraktion, die Herztätigkeit und für die Kommunikation zwischen Nervenzellen sowie zwischen Nerven- und Muskelzellen. Außerdem ist Magnesium am Knochen- und Zahnaufbau beteiligt und spielt beim Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel eine Rolle. Der physiologische Antagonist von Calcium wird im Dünndarm resorbiert und meist renal ausgeschieden. Der Körper kann den Mineralstoff nicht selbst bilden, daher muss Magnesium zugeführt werden – meist über die Nahrung. Doch immer häufiger kommen auch Nahrungsergänzungsmittel ins Spiel.
Kein Mangel bei ausgewogener Ernährung
Dabei sind die Produkte in der Regel unnötig. „Bei üblichen Ernährungs- und Lebensgewohnheiten ist ein Magnesiummangel selten“, heißt es von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Gute Lieferanten für Magnesium sind Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse, Nüsse und Samen, sowie Fisch und Meeresfrüchte. Und auch Kartoffeln, Bananen, Fleisch sowie Milch- und Milchprodukte tragen aufgrund der Verzehrmenge und -häufigkeit trotz geringerer Magnesiumgehalte zur Versorgung bei. „Magnesium ist in pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln in ausreichender Menge vorhanden und der Magnesiumhaushalt wird über einen weiten Bereich homöostatisch aufrechterhalten.“
Magnesium auch kein Muss für Sportler:innen?
„Magnesiumverluste über den Schweiß sind relativ gering“, so die DGE. Koffein und Alkohol können jedoch die Magnesiumausscheidung über die Niere erhöhen. Und auch von Öko-Test heißt es: „Nach aktueller Datenlage sind Magnesiumpräparate nicht für die Prävention von Muskelkrämpfen geeignet.“ Allerdings sei für Schwangere und Sportler:innen weitere Forschung nötig.
Hälfte der Testprodukte überdosiert
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt für den Zusatz von Magnesium zu Nahrungsergänzungsmitteln eine Höchstmenge von 250 Milligramm pro Tagesverzehrempfehlung. Dabei sollte die Menge auf zwei oder mehr Portionen pro Tag zu verteilt werden.
Die Hälfte der von Öko-Test untersuchten Produkte ist überdosiert und überschreitet die Empfehlung des BfR. Weitere Kritikpunkte sind für das Verbrauchermagazin umstrittene Inhaltsstoffe wie Carboxymethylcellulose und der Emulgator Polysorbat 80 sowie Mängel bei der Deklaration.
„Wir warnen: Jedes zweite Magnesiumpräparat im Test ist überdosiert. Und in vielen stecken umstrittene Zusatzstoffe.“
Gemäß Urheberrechtsgesetz halten wir uns an die Vorgabe von Öko-Test, die Testergebnisse nicht in Gänze zu veröffentlichen.