Neue Zentralstelle gegen Abrechnungsbetrug 18.09.2026 08:19 Uhr
Millionenschäden durch Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen: Eine neue Zentralstelle in Niedersachsen soll Straftaten aufdecken und verfolgen. Diese wird an die Staatsanwaltschaft Braunschweig angegliedert und Anfang kommenden Jahres ihre Arbeit aufnehmen. Fünf Staatsanwältinnen und Staatsanwälte sowie eine medizinische Abrechnungskraft und ein IT-Forensiker werden in der neuen Abteilung arbeiten, wie das niedersächsische Justizministerium mitteilte.
Ziel ist es demnach, Abrechnungsauffälligkeiten frühzeitig zu erkennen, die Zusammenarbeit der beteiligten Stellen zu verbessern und die Straftaten effektiv zu verfolgen. „Mit der neuen Zentralstelle bündeln wir Kompetenzen, um Auffälligkeiten schneller zu erkennen und konsequent gegen Betrug in Millionenhöhe vorzugehen“, erklärte Justizministerin Kathrin Wahlmann (SPD).
Die Spezialisten in der Zentralstelle sollen Hinweise und Daten auswerten und zusammenführen und mögliche Betrugsmuster identifizieren. Dabei werden sie fachübergreifend mit Krankenkassen, Pflegeversicherungen, Kassenärztlicher Vereinigung und weiteren Akteuren zusammenarbeiten, hieß es weiter. „Da Ermittlungsverfahren wegen Abrechnungsbetruges im Gesundheitswesen regelmäßig sehr komplex sind und besondere Kenntnisse zu den Voraussetzungen und Modalitäten der Abrechnung von medizinischen und pflegerischen Leistungen voraussetzen, erfordert eine effektive Strafverfolgung in diesem Bereich Spezialisten, die sich unter anderem in den einschlägigen Vergütungssystemen auskennen. Diese Spezialisierung wird mit der Schaffung der Zentralstelle erreicht“, ergänzt die stellvertretende Generalstaatsanwältin Dr. Melanie Redlich.
Betrug und Korruption im Gesundheitswesen hätten in den vergangenen Jahren immer größere Dimensionen erreicht und zu enormen finanziellen Schäden geführt, teilte das Justizministerium mit. Die Verdachtsmeldungen in diesem Bereich seien kontinuierlich gestiegen, aber ein erhebliches Dunkelfeld bliebe. „Abrechnungsbetrug schadet nicht nur den Beitragszahlerinnen und Beitragszahlern, sondern untergräbt auch das Vertrauen in unser Gesundheitswesen“, so Wahlmann.