Stiftung Warentest

Nagelpilz: Diese Mittel helfen 09.07.2026 09:02 Uhr

Berlin - 

Ob Schwimmbad, Sauna oder Turnschuh – Pilzsporen lauern an vielen Orten. Nagelpilz tut zwar nicht weh, ist aber ansteckend und kann sich unbehandelt auch auf die umliegenden Nägel ausbreiten. Doch welche Mittel helfen? Die Antwort will Stiftung Warentest liefern.

Nur sechs von 33 Mitteln im Test können die Expert:innen empfehlen. Aus der Drogerie kommt keines von ihnen. Die Nase vorn hat Terbinafin – als verschreibungspflichtige Tablette und als Lack. Letzterer ist allerdings nur für leichte Infektionen eine Option. Generell gilt: Nagellacke sind geeignet, wenn maximal ein Drittel der Nageloberfläche und weniger als drei Nägel pro Fuß/Hand befallen sind und das Nagelbett frei ist.

Das sind die Lack- und Creme-Optionen im Allgemeinen:

Ciclopirox ist als wasserlöslicher Lack erhältlich. Das Breitbandantimykotikum wird einmal täglich aufgetragen und soll mindestens sechs Stunden einwirken. Also sollten die Füße nach dem Auftragen sechs Stunden lang nicht gewaschen werden. Der Wirkstoff besitzt fungizide, entzündungshemmende und antimikrobielle Eigenschaften. Die Wirkung ist auf eine Hemmung der Nährstoffaufnahme in die Pilzzelle zurückzuführen.

Amorolfin werden fungistatische bis fungizide Eigenschaften zugesprochen. Das Morpholinderivat greift in die Ergosterol-Biosynthese der Pilzzellmembran ein. In der Regel werden die Lacke einmal in der Woche aufgetragen.

Beide Wirkstoffe sind laut Stiftung Warentest nur „mit Einschränkung geeignet“, gefordert werden bessere Nachweise. Einen Versuch ist die Behandlung aber wert. Diese kann erfolgreich sein, allerdings sollten die Vorgaben zur Anwendung eingehalten werden.

Harnstoff und Bifonazol sind als Salbe auf dem Markt. Ziel ist eine nagelablösende Behandlung von Nagelpilzerkrankungen mit gleichzeitiger gegen Pilze gerichteter (antimykotischer) Wirkung. Die Salbe sollte für einen Zeitraum von 14 Tagen alle 24 Stunden aufgetragen und mit einem Pflaster abgedeckt werden. Die aufgeweichten Nagelteile können mit einem Spatel entfernt werden. Im Anschluss wird über einen Zeitraum von weiteren 14 Tagen mit einer Bifonazol-haltigen Creme behandelt.

Essig kommt ebenfalls für die Behandlung von Nagelpilz infrage. Erhältlich ist das Hausmittel als Stift und als Lösung. Die Medizinprodukte verfolgen das Prinzip der Absenkung des pH-Wertes. Somit wird ein für den Pilz ungünstiges Milieu geschaffen und die Ausbreitung eingedämmt. In der Regel müssen die Produkte zweimal täglich aufgetragen werden.

Apotheke vor Drogerie

„Nagelpilz mit Mitteln aus der Drogerie oder dem Online-Shop zu behandeln, ist keine gute Idee“, schreibt Stiftung Warentest. „In diesen Medizinprodukten fanden wir keine wirksamen Stoffe gegen Nagelpilz.“

Beinahe jeder fünfte Erwachsene leidet an Nagelpilz – betroffen sind meist die Fußnägel. Mit zunehmendem Alter (ab 65 Jahren) steigt die Häufigkeit und fast jeder Zweite ist betroffen. Bei Nagelpilz ist von einer Onychomykose die Rede. Alles beginnt mit Verfärbungen am Nagelrand. Betroffen sind meist kleine Areale, die sich gelblich, weißlich oder bräunlich verändern können. Im Laufe der Zeit kann sich der Nagel an den betroffenen Stellen verdicken und brüchig werden. Außerdem kann sich der Pilzbefall auf weitere Stellen des Nagels oder gar das Nagelbett ausbreiten.

Die Erreger, in der Regel Fadenpilze, können aufgrund von kleinen Mikroverletzungen in den Nagel eindringen und sich vom Keratin „ernähren“. Die Sporen lauern im Schwimmbad, im Fitnessstudio oder im eigenen Zuhause – meist im Bad. Nagelpilz ist hartnäckig. Die Behandlung kann mehrere Monate dauern. Daher sind Geduld und vor allem Durchhaltevermögen gefragt.

Zusatz-Tipps

Mit einigen vorbeugenden Maßnahmen kann das Risiko für Fuß- und Nagelpilz gesenkt werden:

  • in Schwimmbädern oder fremden Badezimmern nie barfuß laufen
  • Socken, Handtücher und Bettwäsche immer bei mindestens 60 Grad waschen, ideal als Kochwäsche, alternativ kann dem Waschgang auch ein Hygienespüler zugesetzt werden
  • Handtücher aus hygienischen Gründen nicht von mehreren Personen verwenden, dies gilt vor allem, wenn eine Person im Haushalt an Fußpilz erkrankt ist
  • offene oder atmungsaktive Schuhe tragen, das belüftet die Füße und vermeidet einen Hitzestau
  • passendes Schuhwerk tragen; sind die Schuhe nicht zu eng sind oder drücken, wird Druckstellen vorgebeugt
  • regelmäßige Fußpflege beugt Schrunden und Rissen vor
  • Turnschuhe regelmäßig mit einem desinfizierenden Schuhspray behandeln
  • keine Synthetiksocken tragen; Baumwolle kann den übermäßigen Schweiß aufsaugen.