Lage in Frankfurt eskaliert

Nach meist friedlichen Protesten: Ausschreitungen am Abend 01.11.2026 10:14 Uhr

Berlin - 

Nachdem zunächst Tausende Demonstranten in vielen deutschen Städten zusammengekommen waren und meist friedlich protestiert hatten, eskalierte die Lage am Abend doch noch in einzelnen Städten. Vor allem die Frankfurter Einkaufsstraße Zeil scheint von Zerstörung betroffen zu sein.

Die Initiative „Gen Z regelt“, die zu friedlichen Protesten aufgerufen hatte, hatte am frühen Abend ein positives Fazit der Jugendproteste gezogen. „Heute haben hunderttausend Menschen gezeigt, wofür sie auf die Straße gehen“, so ein Sprecher. Gegen 20 Uhr sprach er von weit mehr als 100.000 Teilnehmer:innen.

Meist friedliche Proteste in Berlin

Bis auf den Einsatz von Pyrotechnik und kleinere Auseinandersetzungen mit der Polizei, verliefen die Proteste zumeist verhältnismäßig friedlich. Stephan Weh, Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Berlin, zog eine positive Bilanz für die Stadt: „Während einige Experten hier im Vorfeld schon Horrorszenarien rund um brennende Straßenzüge und eine niederprügelnde Polizei heraufbeschwört haben, hat die Polizei Berlin die Lage rund um den Gen-Z-Proteste akribisch analysiert“, hieß es laut dpa. Die überwiegende Mehrheit habe aber in klarer Ablehnung jeglicher Gewalt friedlich demonstriert.

Am Freitagabend war die Stimmung in Berlin noch recht entspannt. Am Kurfürstendamm mit seinen vielen Geschäften bereiteten sich einzelne Ladenbesitzer:innen bereits auf die Proteste vor und verbarrikadierten ihre Läden. Bei den dort ansässigen Apotheken gab es auf Nachfrage von APOTHEKE ADHOC jedoch keine Vorkehrungen. Man hoffte, dass es nicht so schlimm werden würde und plante für den Tag die normalen Öffnungszeiten von bis zu 22.30 Uhr.

In der Bio 7.0-Apotheke gab es ebenfalls keine Schutzmaßnahmen, man informierte sich aber bei der Polizei: „Wir arbeiten und haben ganz normal geöffnet. Wir haben mit der Polizei gesprochen, was wir machen können, wenn was passiert. Die haben aber auch keine wirkliche Hilfe angeboten.“ Demnach habe aber auch die Berliner Polizei vorab mit keinen ernsthaften Ausschreitungen gerechnet.

Eskalation in Frankfurt

In Frankfurt eskalierte die Lage am Abend dann aber doch noch. „Es kommt weiterhin zu gewalttätigen Ausschreitungen. Im Bereich der Innenstadt wurden bei mehreren Geschäften Scheiben eingeschlagen. Es werden zudem Molotowcocktails auf Einsatzkräfte geworfen. Wir appellieren an alle Unbeteiligten, den Innenstadtbereich zu meiden bzw. zu verlassen“, schrieb die Polizei auf der Plattform X.

Randalierer richteten dort vielfach Zerstörung an, brachen in Sportgeschäfte ein, auch ein Waffenladen wurde geplündert. Auch Spezialeinsatzkommandos (SEK) unterstützten vor Ort. Heute Morgen ist die Polizei laut dpa weiter in der Stadt im Einsatz. Die Schäden würden begutachtet, diese seien „erheblich“. Auch die Geschäfte müssten geschützt werden, die am Samstagabend bei den Ausschreitungen geplündert worden waren.

Neue Proteste bereits angekündigt

„Für uns ist das nur der erste Schritt. Wir wollen uns an den europaweiten Protesten am 20. November beteiligen“, hieß es zudem von der Initiative „Gen Z regelt“.