Lebenshaltungskosten: Wieder Streiks bei AOK 05.03.2026 16:14 Uhr
Bei den AOKen wird weiter gestreikt. Die angebotenen 4 Prozent sind aus Sicht der Gewerkschaft der Sozialversicherung (GdS) zu wenig.
Nach zwei ergebnislosen Verhandlungsrunden mit der Tarifgemeinschaft der AOK (TGAOK) zieht die GdS eine ernüchternde Bilanz. Das vorgelegte Arbeitgeberangebot sehe Leermonate, eine Vergütungserhöhung von lediglich 2 Prozent ab Juli 2026 sowie weitere 2 Prozent ab Juli 2027 vor – bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Für Auszubildende seien zweimal 40 Euro monatlich mehr vorgesehen.
Die GdS bewertet dieses Paket als völlig unzureichend. Die AOK-Vorstände betonten zwar permanent, wie wichtig die Beschäftigten für den Erfolg der AOK seien und wie entscheidend es sei, gut ausgebildete Nachwuchskräfte im Unternehmen zu halten. „Das Angebot steht dazu in krassem Widerspruch: Weder wird die Ausbildungszeit auf die Stufenlaufzeit angerechnet, noch fällt die Vergütungserhöhung angemessen aus.“
Die GdS hat deshalb zu einem bundesweiten Warnstreik vor der dritten Verhandlungsrunde am 17. März aufgerufen. Sie fordert die TGAOK auf, ein substanziell verbessertes Angebot vorzulegen, das den Leistungen der Beschäftigten und der wirtschaftlichen Realität gerecht wird.
„Wer Sonntagsreden über Wertschätzung hält, muss montags auch liefern. Null Prozent für ein halbes Jahr und dann ein Almosen – das ist kein Angebot, das ist eine Ohrfeige für alle AOK-Beschäftigten. Wir werden nicht zulassen, dass unsere Kolleginnen und Kollegen mit warmen Worten abgespeist werden, während die Lebenshaltungskosten weiter steigen. Am 10. März werden wir den Druck erhöhen“, erklärt Maik Wagner, GdS-Bundesvorsitzender und Mitglied der GdS-Tarifkommission.
Am Tag des Warnstreiks werden an mehreren Standorten bundesweit Kundgebungen stattfinden. Die GdS weist darauf hin, dass der Warnstreik am 10. März zu Einschränkungen im Kundenservice führen kann. Kundinnen und Kunden müssen am Streiktag mit längeren Wartezeiten oder reduzierten Servicezeiten in Kundencentern und telefonischen Hotlines rechnen.