Infektionskrankheiten

Tiefstand bei FSME-Erkrankungen dpa, 06.05.2013 15:18 Uhr

Weniger Gehirnentzündungen: 195 FSME-Fälle wurden im vergangenen Jahr registriert. Foto: Elke Hinkelbein
Berlin - 

Die Zahl der gemeldeten Gehirnentzündungen durch Zeckenstiche war in Deutschland 2012 so gering wie noch nie seit Beginn der Meldepflicht 2001. Das berichtete das Robert Koch-Institut (RKI), gibt zugleich aber keinerlei Entwarnung. 2012 wurden demnach 195 Fälle der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) registriert. 2011 seien es 423 gewesen.

Die starken Schwankungen von Jahr zu Jahr können dem RKI zufolge verschiedene Gründe haben, darunter das Wetter und das Freizeitverhalten der Menschen. Auf der Karte der zumeist im Süden liegenden FSME-Risikogebiete Deutschlands hat das RKI den bayerischen Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen hinzugefügt.

Während in Baden-Württemberg und in Bayern die meisten Regionen als Risikogebiet gelten, sind in benachbarten Bundesländern nur einzelne Kreise betroffen. In Rheinland-Pfalz und dem Saarland ist je ein Kreis entsprechend eingestuft worden. In Thüringen sind sieben und in Hessen acht Landkreise Risikogebiet. Experten empfehlen Menschen, die in solchen Regionen leben, arbeiten oder sich im Urlaub dort aufhalten und Kontakt zu Zecken haben könnten, eine Schutzimpfung gegen FSME.

FSME ist eine fieberhafte Erkrankung. Erreger sind Viren, die beim Zeckenstich auf den Menschen übertragen werden können. In besonders schweren Fällen kann es zur Gehirnentzündung und zur Schädigung des Rückenmarks kommen. Im Extremfall verläuft die Krankheit tödlich.

Die häufigste von Zecken übertragene Krankheit in Deutschland ist mit mehreren Zehntausend Fällen pro Jahr jedoch die Borelliose, gegen die es keine Impfung gibt. Sie ist im gesamten Land verbreitet und beginnt oft mit einer sich kreisförmig ausbreitende Röte an der Bissstelle. Ohne Antibiotikagabe sind schwere Spätfolgen wie Gelenk-, Herzmuskel- und Hirnentzündungen möglich.