Nationale Krebspräventionswoche

Humane Papilloma Viren: Eine Impfung kann schützen Cynthia Möthrath, 18.09.2021 08:47 Uhr

  • Die diesjährige nationale Krebspräventionswoche soll auf die HPV-Impfung aufmerksam machen. Foto: K.unshu/shutterstock.com
Berlin -

In diesem Jahr findet die nationale Krebspräventionswoche vom 13. bis 17. September statt. Unter dem Motto „Pikst kurz, schützt lang – mach dich stark gegen Krebs!“ wird diesmal der Fokus auf die junge Generation und die Schutzimpfung gegen Humane Papilloma Viren (HPV) gelegt.

Die Kampagne soll sich vor allem an die Eltern richten: Denn ab dem 9. Lebensjahr können Kinder gegen HPV geimpft werden. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte und der Berufsverband der Frauenärzte begrüßen die Aktion. „Noch immer sind viel zu wenige Mädchen und Jungen gegen Krebs geimpft. Noch immer können bei denen, die nicht geimpft sind, Infektionen mit gefährlichen Viren Krebserkrankungen auslösen“, betonen Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, und Dr. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte.

Durch HPV können Krebserkrankungen an Gebärmutterhals, Vagina, Schamlippen oder Penis entstehen, auch der Darmausgang oder der Mund können betroffen sein. Mehr als 10.000 Krebsdiagnosen und mehrere tausend Todesfälle werden allein in Deutschland jährlich durch HPV verursacht. Zudem seien jedes Jahr fast 50.000 kleinere Eingriffe – beispielsweise am Gebärmutterhals – notwendig, um Vorstufen und Frühstadien der Krebserkrankung zu entfernen, erklären die Berufsverbände. „Wenn die Impfung gegen diese Viren, die so genannte HPV-Impfung, früh genug durchgeführt wird, baut der Organismus eine sehr wirkungsvolle, dauerhafte Immunabwehr auf“, erläutern die beiden Ärzte.

Von der Ständigen Impfkommission (Stiko) wird die Impfung im Alter zwischen 9 und 14 Jahren empfohlen. Ein guter Zeitpunkt ist beispielsweise die Vorsorgeuntersuchung U11 oder J1 beim Kinder- und Jugendarzt. Alternativ kann die Impfung auch beim Frauenarzt/der Frauenärztin durchgeführt werden. Mütter könnten ihre Töchter für die Impfung in die frauenärztliche Sprechstunde mitbringen. „Natürlich wird dabei nur geimpft. Die jungen Mädchen werden nicht frauenärztlich untersucht“, versichert Albring.

Doch was, wenn die Alterspanne verpasst wurde? Eine HPV-Impfung ist auch später noch möglich. „Die Immunabwehr, die gegen die gefährliche Infektion aufgebaut wird, ist dann allerdings weniger stark“, erklären die Berufsverbände. Deshalb müssen ab einem Alter von 15 Jahren nicht nur zwei, sondern drei Impfungen verabreicht werden. Bis zum 18. Geburtstag ist die Impfung als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung für Versicherte kostenlos. „Manche Krankenkassen übernehmen die Kosten aber auch darüber hinaus.