USA

Hinrichtung mit Pentobarbital APOTHEKE ADHOC, 11.03.2011 10:55 Uhr

Berlin - 

In den USA wurde erstmals Pentobarbital zur Vollstreckung der Todesstrafe verwendet - unter Protest des herstellenden Pharmaunternehmens Lundbeck. Medienberichten zufolge wurde gestern ein 37-Jähriger in Ohio mit dem Barbiturat hingerichtet. Das bei der Hinrichtung normalerweise verwendete Thiopental ist derzeit nicht verfügbar.

Der Bundesstaat hatte sich für die Verwendung von Pentobarbital entschieden, weil der Hersteller Hospira die Produktion von Thiopental im Januar gestoppt hatte. Dem Angeklagten wurde eine einzige Dosis des Arzneimittels, das in der Regel in der Tiermedizin als Tranquilanz verwendet wird, verabreicht.

Als einziger Hersteller in den USA produziert das schwedische Unternehmen Lundbeck Pentobarbital. Dort hat man sich allerdings gegen die Verwendung zur Hinrichtung ausgesprochen: Pentobarbital sei zu diesem Zweck nicht vorgesehen, so der Hersteller.

Wegen der Lieferengpässe hatte die US-Arzneimittelbehörde FDA Thiopental bereits aus Europa bezogen. Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler (FDP) hatte daraufhin deutsche Pharmagroßhändler und -hersteller aufgefordert, Anfragen aus den USA nicht nachzugehen.