Drei weitere Passagiere infiziert

Hantavirus: Drei Menschen auf Kreuzfahrt gestorben 05.05.2026 14:38 Uhr aktualisiert am 05.05.2026 15:20 Uhr

Berlin - 

Auf einem Kreuzfahrtschiff ist vermutlich das Hantavirus ausgebrochen. Sechs Menschen hatten sich infiziert, drei sind bereits gestorben. Die genaue Todesursache ist derzeit jedoch noch unklar. In Deutschland erkranken jährlich wenige Hundert Menschen an dem Virus.

Das Kreuzfahrtunternehmen Oceanwide Expeditions kämpft aktuell mit einer ernsten medizinischen Situation an Bord der Hondius. Das Schiff liegt momentan vor der Küste von Kap Verde vor Anker.

Zwei Besatzungsmitglieder an Bord weisen laut dem Unternehmen weiterhin akute Atemwegsbeschwerden auf. „Eines davon in leichter, das andere in schwerer Form“, heißt es in einer Mitteilung der Reederei. „Beide benötigen dringend medizinische Versorgung. Diese Besatzungsmitglieder sind britischer und niederländischer Staatsangehörigkeit. Derzeit wurden keine weiteren Personen mit Symptomen identifiziert“, erklärt Oceanwide Expeditions weiter.

Drei Tote durch Hanta

Über die World Health Organisation (WHO) könne bestätigt werden, dass bei der niederländischen Staatsbürgerin, die am 27. April nach dem Aussteigen auf St. Helena verstorben sei, eine Variante des Hantavirus nachgewiesen wurde. Sie war die Ehefrau des ersten Verstorbenen. Damit steige die Gesamtzahl der bestätigten Hantavirus-Fälle auf zwei, so das Unternehmen, ein deutscher Passagier sei am 2. Mai an Bord gestorben. Man bemühe sich, die Ausschiffung sowie die medizinischen Untersuchungen zu beschleunigen, so Oceanwide Expeditions weiter.

Grund zur Panik seien die Fälle laut der WHO nicht. „Die Gefahr für die allgemeine Bevölkerung bleibt weiterhin niedrig", so der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge. Dennoch werde vermutet, dass es auf dem Kreuzfahrtschiff auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch gegeben haben könnte.

Vorsicht beim Frühjahrsputz

Das Hantavirus wird von Nagern übertragen, besonders häufig von der Rötelmaus. Die erkrankten Tiere scheiden die Erreger über Speichel, Urin und Kot aus. Eine Übertragung auf den Menschen findet durch das Einatmen von verunreinigtem Staub über die Schleimhäute statt. Deswegen sollten bei der Gartenarbeit oder dem Frühjahrsputz von Dachboden, Scheune & Co. besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

Keine spezielle Therapie bei Hanta

Die meisten Infektionen mit dem Hantavirus verlaufen in der Regel harmlos und bleiben sogar unbemerkt. Aber: Es können ebenso grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Rückenschmerzen auftreten. Betroffene klagten auch über Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden. In schweren Fällen können Nierenfunktionsstörungen bis zum Nierenversagen auftreten. Sehr selten endet eine Infektion tödlich.

Aktuell gibt es keine spezielle Therapieoption gegen das Hantavirus. Lediglich die Symptome wie Fieber und Schmerzen lassen sich durch entsprechende Medikamente mildern. Bei Verdacht auf eine Erkrankung sollte deshalb der Hausarzt konsultiert werden.

Schutz vor der Hantainfektion

Um einer Infektion vorzubeugen, sollte man den Kontakt mit den Nagern und ihren Ausscheidungen wenn möglich vermeiden. Für einen unbeschwerten Frühjahrsputz sollten Handschuhe und Masken getragen werden, Räume vor dem Reinigen 30 Minuten gelüftet und Oberflächen befeuchtet werden, um das Aufwirbeln von Staub zu vermindern. Mäusekadaver und Exkremente sollten vor der Entsorgung mit handelsüblichen Desinfektionsmitteln benetzt werden.