Statistisches Bundesamt

Gesundheitsausgaben: Staat zahlt weniger 19.06.2026 12:36 Uhr

Wiesbaden - 

Laut einer Auswertung des Statistischen Bundesamts (Destatis) trugen 2024 Privathaushalte mehr als die Hälfte der Gesundheitsausgaben in Deutschland – mit steigender Tendenz. Auch bei Unternehmen steigt der Anteil stark an. Der Anteil der staatlichen Finanzierung ist dagegen leicht gesunken. 

Laut einer aktuellen Auswertung von Destatis haben die Privathaushalte im Jahr 2024 rund 286,8 Milliarden Euro beziehungsweise 54,3 Prozent der laufenden Gesundheitsausgaben in Deutschland in Höhe von 528,5 Milliarden Euro finanziert. Damit trugen die privaten Haushalte stolze 8,7 Prozent – insgesamt 23,1 Milliarden Euro – mehr zur Finanzierung bei als noch im Vorjahr. Laut Destatis erreichte der Finanzierungsanteil damit wieder ein ähnliches Niveau wie zu Zeiten vor der Pandemie. Während der Pandemie sei der Anteil bis 2022 auf 49,5 Prozent gesunken. Zum Vergleich: 2019 hatte er laut Destatis bei 54,7 Prozent gelegen.

Knapp die Hälfte der insgesamt 286,8 Milliarden Euro entfällt laut Destatis auf Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von 9,2 Prozent oder 11,5 Milliarden Euro. 59,5 Milliarden Euro seien sonstige inländische Einnahmen, wie beispielsweise Ausgaben, die von den privaten Haushalten für die ambulante und stationäre Pflege oder den Kauf von rezeptfreien Produkten in Apotheken finanziert wurden. Insgesamt sei dieser Bereich um 3,1 Milliarden Euro beziehungsweise 5,6 Prozent gewachsen.

Stärkster Anstieg bei Unternehmen

Noch stärker seien die Finanzierungsbeiträge von Unternehmen gestiegen. 2024 stieg der Anteil demnach um 9,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt wuchs der Beitrag um 14,3 Milliarden Euro auf 164,5 Milliarden Euro. 85 Prozent davon gingen auf die Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitgeber zurück. Im Vorjahresvergleich waren diese um 12,1 Milliarden Euro beziehungsweise 9,5 Prozent auf 139,9 Milliarden Euro angestiegen.

Demgegenüber sei der staatliche Finanzierungsbeitrag an den laufenden Gesundheitsausgaben nahezu unverändert: Die Ausgaben stiegen hier laut Destatis um gerade einmal 0,1 Prozent oder 54 Millionen Euro auf 73,9 Milliarden Euro. 90,1 Prozent davon habe der Staat für Transfers und Zuschüsse aufgewendet, zu denen neben dem jährlichen Bundeszuschuss zum Gesundheitsfonds auch die Beihilfen der öffentlichen Arbeitgeber zählen. Gegenüber dem Vorjahr sanken die Transfers und Zuschüsse laut Destatis um 579 Millionen Euro auf 66,6 Milliarden Euro.

Auch private Organisationen ohne Erwerbszweck haben 2024 im Vergleich zum Vorjahr mehr für gesundheitsbezogene Leistungen aus Eigenmitteln finanziert. Laut Destatis erhöhte sich die Finanzierung um 3,4 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro.

Finanzierungsanteil des Staates sinkt

Während der Finanzierungsanteil der Privathaushalte laut Destatis im Vergleich zum Vorjahr von 53,7 Prozent auf 54,3 Prozent und der Anteil der Unternehmen von 30,6 Prozent auf 31,1 Prozent aller laufenden Gesundheitsausgaben angestiegen ist, ist der Anteil, der vom Staat getragen wird, laut der Auswertung von 15 Prozent im Jahr 2023 auf 14 Prozent im Jahr 2024 gesunken. Auch der Finanzierungsanteil privater Organisationen ohne Erwerbszweck sank demnach leicht von 0,7 Prozent auf 0,6 Prozent.