Behörden warnen

Gefälschtes Xanax: Nitazen statt Alprazolam 09.04.2026 08:58 Uhr

Berlin - 

Wie groß die Gefahr ist, im Internet an hochgefährliche Medikamentenfälschungen zu kommen, zeigt ein aktueller Fall: Über einen Webshop mit Sitz in Deutschland konnte Xanax bestellt werden. Die Tablette enthielt jedoch kein Alprazolam. Stattdessen wurden mehrere Nitazen-Derivate sowie geringe Mengen Oxycodon und Paracetamol nachgewiesen.

Aufgefallen war die Sache Ende März im Rahmen des Drugchecking-Projekts des Drogeninformationszentrums Zürich (DIZ). Hier wurden die Tabletten bestellt und analysiert. Um welche Nitazene-Derivate es sich exakt handelt, konnte bislang noch nicht abschließend festgestellt werden. Es handelt sich um synthetische Opioide, die hauptsächlich in der Forschung eingesetzt und in vielen Ländern nicht für den allgemeinen medizinischen Gebrauch zugelassen sind. Vom Konsum dieser Pillen wird dringendst abgeraten.

Nitazene können jedoch eine mehr als 100-fach stärkere Wirkung haben als Oxycodon oder Heroin, wird vom Konsum dieser Pillen dringendst abgeraten. Die Gefahr einer Überdosierung ist extrem hoch, oft sind zur Behandlung mehrere Dosen Naloxon notwendig. Bereits geringe Mengen können zu lebensbedrohlichem Atemstillstand führen, mehrere Todesfälle sind dokumentiert.

An die Behörden weitergegeben wurde der Fall durch das IFT Institut für Therapieforschung in München. „Nach wie vor gilt: Bei auf dem Schwarzmarkt beziehungsweise nicht über Apotheken bezogenen (vermeintlichen) Medikamenten oder Prodrugs kommt es immer wieder zu Falschdeklarationen. Das Vergiftungsrisiko ist insgesamt als hoch einzuschätzen. Gefälschte Medikamente sind häufig optisch nicht mehr von echten Medikamenten zu unterscheiden“, warnt das IFT.