Kinder und Jugendliche betroffen

Gefährlicher Trend: Zahnstocher mit Nikotin 23.05.2026 08:34 Uhr

Berlin - 

In den sozialen Medien zeichnet sich ein neuer Trend ab: Das Kauen von Zahnstochern, die ein Vielfaches an Nikotin enthalten. Besonders gefährdet sind laut Experten Kinder und Jugendliche, da die Hürden von Onlinebestellungen niedrig und das Suchtpotenzial hoch seien.

Insbesondere auf TikTok werden die Zahnstocher regelrecht von Influencer:innen angepriesen. Sie seien ein Lifestyle-Accessoire und werden sogar als „edgy“ Statement inszeniert. Bekannte US-Stars haben den Trend auf dem roten Teppich befeuert, was dazu führte, dass viele TikToker die Stäbchen als modisches Accessoire in ihre Videos integrieren.

Hoher Nikotingehalt

Die Hölzchen sind in verschiedenen Geschmacksvarianten erhältlich, einige enthalten jedoch zwischen 2 und 6 Milligramm Nikotin. Zum Vergleich: Durch eine handelsübliche Zigarette nimmt der Körper beim Rauchen etwa 2 Milligramm Nikotin auf. Ein einzelnes Hölzchen kann demnach die Nikotinmenge von mehreren Zigaretten enthalten.

Ausgelöst durch Plattformen wie TikTok kauen deutsche Schülerinnen und Schüler nun vermehrt auf den aromatisierten Zahnstochern herum. Prominente Vorbilder und Lifestyle-Videos befeuern diesen Hype. In Deutschland sind die nikotinhaltigen Zahnstocher zwar nicht frei verkäuflich, können aber problemlos aus dem Ausland online bestellt werden.

Schule verbietet Zahnstocher

Weil die gefährlichen nikotinhaltigen Zahnstocher nicht von „normalen" zu unterscheiden sind, hat eine Münchner Schule mit einem generellen Verbot auf den TikTok-Trend reagiert. Auch die Präsidentin des Bayerischen Lehrer-und Lehrerinnenverband (BLLV) Simone Fleischmann befürwortet das Verbot und betont: „Schule ist ein Schutzraum!“

Ursprünglich sollen die Zahnstocher Raucher:innen beim Entwöhnen helfen. Angepriesen werden sie deshalb als überall benutzbar ohne dass es zu Geruchsbelästigungen käme. Mittlerweile sehen Experten diese jedoch als Einstiegssuchtmittel für Kinder und Jugendliche. Der BLLV empfehle betroffenen Schulen, ein grundsätzliches Verbot auszusprechen. „Wir als Lehrer müssen bei solchen Entwicklungen dagegenhalten“, betont Fleischmann.