Gefährliche Diätpläne von ChatGPT und Gemini 18.03.2026 08:03 Uhr
Eine neue Studie zeigt, wie gefährlich KI-generierte Diätpläne für Jugendliche werden können. Ein zu hohes Kaloriendefizit und Nährstoffmangel seien die Folge, wenn man ChatGPT oder Gemini um einen Ernährungsplan bitte, so die Forschenden.
Teenager mit Gewichtsproblemen nutzen vermehrt KI-Modelle für die Erstellung von Ernährungsplänen. Forschende der Istanbul Atlas Universität kritisieren die Diätpläne von ChatGPT, Gemini & Co. scharf und warnen vor deren Anwendung. „Das vorgeschlagene Kaloriendefizit liegt teilweise bei 700 Kalorien“, so die Forschungsleiterin Ayşe Betül Bilen. „Folgen Teenager derartig unausgewogenen oder übermäßig restriktiven Ernährungsplänen, kann sich das auf das Wachstum, die Stoffwechselgesundheit und das Essverhalten auswirken", mahnt sie.
Plan gegen Übergewicht
Gemeinsam mit ihrem Team hat sie mit ChatGPT 4, Gemini 2.5 Pro, Bing Chat-5GPT, Claude 4.1 und Perplexity fünf KI-Tools und deren Ernährungsvorschläge für eine Diät analysiert. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin „Frontiers in Nutrition“ veröffentlicht. Dazu gaben die Forschenden Daten wie Alter, Geschlecht, Gewicht und die Größe für eine Person ein, die sich im Teenageralter befindet. Die KI sollte einen Ernährungsplan für drei Tage mit jeweils drei Mahlzeiten und zwei Snacks erstellen. Konkret sollte der Plan für einen übergewichtigen Jungen und ein übergewichtiges Mädchen erstellt werden, sowie für zwei Fünzehnjährige, die als fettleibig galten.
700 Kalorien Defizit
Das Fatale: Die KI gab einen viel geringeren Energiebedarf für die Jugendlichen an. Das einzuhaltende Kaloriendefizit betrug 700 Kalorien und war somit deutlich höher als die Empfehlung von Ernährungsberatern. „Der Unterschied entspricht einer vollen Mahlzeit. Er ist groß genug, um erste klinische Folgen zu haben“, warnen die Forschenden. Die Aufnahme von notwendigen Nährstoffen sei somit erschwert, eine vernünftige Abnahme von etwa einem halben Kilo pro Woche nicht gewährleistet.