Engpass: Blutspende-Werbung in Apotheken 05.02.2026 14:34 Uhr
Täglich werden in Deutschland dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) zufolge rund 15.000 Blutspenden benötigt. In Hessen sind die Reserven fast ausgeschöpft, wie die Landesapothekerkammer (LAK) warnt. Deshalb soll auch in Apotheken die Werbetrommel für Spenden gerührt werden – bei der Kundschaft und bei Angestellten.
Apothekenteams sollen der Kammer zufolge ihre Patientinnen und Patienten aktiv zur Blutspende motivieren und auch in den eigenen Teams dazu aufrufen. Hintergrund sie die aktuell sehr angespannte Versorgungslage mit Blutpräparaten in Hessen.
Nach Angaben des DRK reichen die Blutreserven derzeit nur noch für knapp zwei Tage.
Die Apotheken haben laut Kammer eine besonders wichtige Rolle: „Als niedrigschwellige Anlaufstellen im Gesundheitswesen erreichen sie täglich viele Menschen und genießen ein hohes Vertrauen in der Bevölkerung. Apotheken können daher entscheidend dazu beitragen, auf die aktuelle Versorgungslage aufmerksam zu machen und zur Blutspende zu motivieren.“ In der Offizin könne etwa Information zum Thema ausgehängt werden. Zudem könnten gemeinsame Blutspendetermine im Team organisiert.
Auch digital könne auf Blutspendetermine hingewiesen werden. „Bitte gehen Sie Blut spenden, wenn Sie sich gesund fühlen. Blutpräparate werden täglich für Operationen, Notfälle, Krebstherapien sowie die Versorgung chronisch kranker Menschen benötigt“, appelliert Inhaber Peter Lang aus Limburg.
Gründe für Engpass
Besonders kritisch sei die Situation bei den Blutgruppen A-, 0- und 0+. „Hier stehen teils nur noch Vorräte für etwa eineinhalb Tage zur Verfügung. Für eine stabile Versorgung der Krankenhäuser wäre jedoch ein Vorrat von vier bis fünf Tagen für alle Blutgruppen erforderlich.“
Die Ursachen für die angespannte Lage seien vielfältig. Nach Angaben des DRK haben unter anderem Ferienzeit, Winterwetter und eine ausgeprägte Grippe- und Erkältungswelle dazu geführt, dass deutlich weniger Menschen Blut gespendet haben. Gleichzeitig bleibe der Bedarf in den Kliniken unverändert hoch. Allein in Hessen und Baden-Württemberg würden täglich rund 3000 Blutkonserven benötigt.