Daten abgegriffen: Erpressungs-Trojaner bei Rezeptprüfern 19.05.2026 18:15 Uhr
Nach einem Hackerangriff auf den Rezeptprüf-Verein „Arbeitsgemeinschaft Wirtschaftlichkeitsprüfung Niedersachsen“ (Arwini) hat die Polizei bestätigt, dass tatsächlich Daten abgegriffen wurden. Im Zuge der laufenden Ermittlungen sei inzwischen bestätigt worden, dass eine Gruppierung Namens „Kairos“ für die Tat verantwortlich sei. Dabei handelt es sich um eine Gruppe, die Erpressungs-Trojaner (sogenannte Ransomware) einsetzt. Diese verschlüsseln Daten und geben sie erst nach Lösegeldzahlung frei.
„Darüber hinaus kann ein Datenabfluss bestätigt werden“, so eine Polizei-Sprecherin. „Der genaue Umfang der abgeflossenen Daten ist derzeit weiterhin Gegenstand der laufenden Ermittlungen.“ Die Ermittler stünden dabei mit Stellen im In- und Ausland im Austausch, „unter anderem mit spanischen Polizeibehörden“, so die Sprecherin weiter.
Arwini hatte vergangene Woche bestätigt, dass es dort einen Cyberangriff gegeben hatte. Potenziell betroffen sein könnten Kontakt- und Gesundheitsdaten sowie Abrechnungsinformationen von Patienten der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV). Laut Polizei wurde der Vorfall am 5. Mai gemeldet.
Träger des Vereins sind mehrere Krankenkassen, wie AOK, IKK classic und Knappschaft und die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Niedersachsen. Arwini prüft Rezepte, die Ärzte für gesetzlich Versicherte in Niedersachsen ausstellen, auf Wirtschaftlichkeit der vertragsärztlichen Versorgung sowie auf der Zulässigkeit der Verordnung von Sprechstundenbedarf.
Möglicherweise könnten mehr als 70.000 Datensätze erbeutet worden sein. Arwini empfiehlt möglichen Betroffenen, besonders aufmerksam bei Kontaktaufnahmen zu sein und keine verdächtigen E-Mails oder Anhänge zu öffnen oder am Telefon private Daten weiterzugeben.
Die Internetseite der Prüfungsstelle ist mindestens seit Samstag nicht mehr zu erreichen.
Laut NDR lautete die Nachricht der Hacker: „Wir sind drin.“ Hinzu kam die Aufforderung, Kontakt aufzunehmen. Das Landeskriminalamt (LKA) hatte zunächst empfohlen, nicht zu reagieren.