Verbotene Werbung

Coronavirus: Online-Apotheken täuschen bei NEM APOTHEKE ADHOC/dpa, 28.07.2021 13:44 Uhr

  • Verbraucher getäuscht: Online-Apotheken täuschten dem baden-württembergischen Verbraucherministerium zufolge im vergangenen Jahr einen Zusammenhang zwischen Nahrungsergänzungsmitteln und einer Erkrankung von Covid-19 vor. Foto: Elke Hinkelbein

Berlin -
Mehrere Online-Händler und -Apotheken haben in Baden-Württemberg damit geworben, dass Nahrungsergänzungsmittel (NEM) vor Corona schützen. Dafür verlinkten sie unter anderem Informationen zum Coronavirus mit ihren Online-Shops oder nutzten Abbildungen, die zeigen, wie das Virus bekämpft wird. Das geht aus dem neuen Jahresbericht der Lebensmittelüberwachung hervor.

Bei Nahrungsergänzungsmitteln wurde dem Bericht zufolge verbotene Werbung im Zusammenhang mit Covid-19 festgestellt. Einige Anbieter von NEM nutzten die Ängste von Verbraucher:innen in der Pandemie aus und bewarben ihre Produkte vor allem im Internet mit zweifelhaften Versprechen. Die amtliche Überwachung hat die Internetangebote von NEM auf solche verbotenen Angaben geprüft. Im vergangenen Jahr fielen in Baden-Württemberg dabei 19 Angebote negativ auf. Meist wurde mit besonderen Techniken und Tricks ein Zusammenhang zwischen dem angebotenen NEM und einer Wirkung gegen Covid-19 hergestellt.

Auch bei Vor-Ort-Kontrollen fielen drei Händler negativ auf. Verbraucherminister Peter Hauk (CDU) empfiehlt Verbraucher:innen, sich nicht durch übertriebene Wirkungsbehauptungen von NEM täuschen zu lassen und rät zur Vorsicht vor unseriösen Angeboten. Unter den Händlern seien auch Online-Apotheken, so ein Sprecher. Um welche Anbieter es sich konkret handele, könne er nicht sagen. Die Namen würden bei „gravierenden Fällen“ veröffentlicht.

Im Jahr 2020 wurden insgesamt 52.948 Betriebe kontrolliert. Bei 85.280 Kontrollbesuchen wurden in rund 17 Prozent der Betriebe Verstöße festgestellt. Etwa 38.000 Proben an Lebensmitteln, kosmetischen Produkten, Bedarfsgegenständen und Tabakerzeugnissen haben die Sachverständigen unter die Lupe genommen. Von diesen wurden etwa 19 Prozent beanstandet, aber nur 0,2 Prozent als gesundheitsschädlich beurteilt. Die Beanstandungsraten liegen laut Ministerium damit im Bereich der Vorjahre.

Auch die Verbraucherzentrale in Baden-Württemberg warnt davor, dass unseriöse Hersteller die Ängste der Verbraucher in der Pandemie ausnutzen, um daraus Profit zu schlagen. „Wir beobachten da eine Zunahme.“ Das reiche von subtilen Botschaften wie „Gut für Ihr Immunsystem“ bis zu „So schützen Sie sich gegen das Coronavirus“, sagte eine Sprecherin auf Anfrage. Sie betonte, dass Nahrungsergänzungsmittel keine Krankheiten verhindern können. Die Mittel gelten nicht als Arzneimittel. Es ist deswegen verboten, mit dem Schutz oder der Linderung von Krankheiten zu werben.