US-Apotheker gelten als Erfinder

Cola doch aus italienischer Apotheke? 30.07.2026 12:08 Uhr

Berlin - 

Kommt Cola doch aus Europa? Im Archiv einer Klosterapotheke in der Toskana sind Unterlagen für ein Rezept entdeckt worden, anhand dessen schon Mitte des 19. Jahrhunderts eine Art Cola gemischt worden sein könnte. Die braune Limonade mit Kohlensäure ist eines der bekanntesten Produkte aus den USA und mit Marken wie Coca-Cola und Pepsi weltweit Symbol für den „American Way of Life“.

Als Jahr der Erfindung der Cola gilt 1886. Bei Aufräumarbeiten im Kloster San Marco der toskanischen Hauptstadt Florenz wurde jetzt jedoch ein deutlich älterer Werbezettel für ein „stärkendes Wein-Elixier“ aus Kokablättern und Colanüssen gefunden. Davon berichtet Klostervorsteher Manuel Russo in einer katholischen Wochenzeitung. Dem Dominikanermönch zufolge war das Getränk zu jener Zeit in der Apotheke eines der meistverkauften Produkte.

Rezept wird seit jeher geheim gehalten

Kokablätter und Colanüsse waren auch Bestandteil der Mixtur, die der Apotheker John Pemberton wenige Jahrzehnte später in den USA nutzte. Aus „Pemberton's French Wine Coca“ („Pembertons französischer Kokawein“) wurde dann Coca-Cola. Weil Alkohol in den USA verboten wurde, ersetzte Pemberton ihn durch Wasser und Zuckersirup. Das genaue Rezept für die Cola unter dem Markennamen Coca-Cola wird vom US-Konzern streng geheim gehalten. Nach Angaben des US-Konzerns kennt nur eine Handvoll Leute innerhalb des Unternehmens die genaue Formel. Von Coca-Cola heißt es dazu: „Diese Personen sind vertraglich zur Geheimhaltung verpflichtet und ihre Identität wird ebenfalls streng geheim gehalten.“

Russo berichtete der Wochenzeitung „Toscana Oggi“: „Ich bin bei der Durchsicht unseres Archivs auf die alte Werbung für dieses Elixier gestoßen.“ Danach habe er begonnen, die im Kloster aufbewahrten Dokumente genauer zu untersuchen, und herausgefunden, „dass es eines der am meisten nachgefragten Produkte der klösterlichen Apotheke war“. Dem Mönch zufolge gibt es keine Hinweise auf einen unmittelbaren Zusammenhang mit Pembertons Mixtur.

Ins Reich der Fabel gehört allerdings die Behauptung, dass das Rezept nur zwei Leuten bekannt sei, die sicherheitshalber nie zusammen in ein Flugzeug steigen dürfen. Pemberton hatte die Formel angeblich selbst nie aufgeschrieben, sondern nur mündlich weitergegeben. Dem Konzern zufolge wurde sie 1919 erstmals zu Papier gebracht. Heute liegt sie streng geschützt in einem Tresor.

30 Gramm Nüsse, zehn Gramm Blätter, ein Liter Alkoholmischung

Auf dem vergilbten Blatt Papier wird das „stärkende Wein-Elixier“ (Elixir vinoso ricostituente) als ein Tonikum beschrieben, das körperliche und geistige Erschöpfung, Kopfschmerzen sowie Schwächen lindern könne, die auf Alter oder „außergewöhnliche Anstrengungen“ zurückzuführen sind. Dafür wurden 30 Gramm Colanüsse und zehn Gramm bolivianische Kokablätter mit einem Liter Alkoholmischung aufgegossen. Blätter und Nüsse sollen von Missionaren aus Südamerika in die Toskana gebracht worden sein.

Eine der ältesten Apotheken von Florenz

Das Kloster San Marco gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Florenz, unter anderem wegen der Fresken von Fra Angelico aus der Frührenaissance. Die dazu gehörende Apotheke Antica Farmacia di San Marco wurde bereits 1436 gegründet. Dort versorgten die Dominikanermönche die Bevölkerung über Jahrhunderte hinweg mit Heilkräutern, Essenzen, Elixieren und parfümierten Wässern. Heute gibt es sie ihrer ursprünglichen Form nicht mehr.