Borna-Virus: Erneut Todesfall in Bayern 30.04.2026 14:49 Uhr
Erneut ist in Bayern ein Mensch an den Folgen einer Infektion mit dem Borna-Virus gestorben. Die Infektion sei im Raum Bad Wörishofen im Landkreis Unterallgäu nachgewiesen worden, teilte das Landratsamt mit. Infektionen mit dem Virus, das vorwiegend von der Feldspitzmaus übertragen werde, seien außerordentlich selten, verliefen aber in der Regel lebensbedrohlich, hieß es weiter.
Das Gesundheitsamt sei mit der Klärung des Infektionswegs befasst und stehe in Kontakt mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Aktuell sei nicht bekannt, wo und wie sich der Mensch infiziert habe.
Jährlich werden bundesweit weniger als zehn Infektions-Fälle gemeldet, ein Großteil davon in Bayern.
Feldspitzmaus als Überträger
Das Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) kommt in der Feldspitzmaus vor. Experten gehen davon aus, dass die Übertragung durch den Kontakt mit deren Ausscheidung erfolgt. Infizierte Tiere scheiden das Virus unter anderem über Kot, Urin, Speichel und die Haut aus, ohne selbst zu erkranken.
Lebende oder tote Tiere sollten nicht mit bloßen Händen berührt werden. Beim Entsorgen einer toten Maus oder ihrer Ausscheidungen sowie bei Staub aufwirbelnden Arbeiten an Orten, an denen Feldspitzmäuse leben – zum Beispiel beim Kehren im Schuppen – sollten Gummihandschuhe, Schutzbrille und Feinstaubmaske getragen werden. Danach sollte man duschen, die Kleidung waschen und kontaminierte Fläche reinigen. Kadaver sollten in einer verschlossenen Plastiktüte im Hausmüll entsorgt werden.
Feldspitzmäuse sind Insektenfresser. Sie sind scheu, nachtaktiv, sehr selten und haben deutlich spitzere Gesichter als andere Mäuse.
Mehrere Todesfälle in Bayern
Im März wurde ein Infektions-Fall im Landkreis Erding gemeldet. Im Herbst 2025 starb im Landkreis Tirschenreuth ein 57 Jahre alter Mensch. Wenige Monate zuvor waren zwei Menschen aus dem oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm an dem Borna-Virus gestorben. Für die Häufung von zwei Borna-Fällen in der Gegend gab es damals keine Erklärung.
Es gibt die Möglichkeit einer antiviralen sowie einer immunsupprimierenden Therapie. Letztlich ist es laut Experten die überschießende Immunreaktion, die die schweren und meist tödlichen Symptome auslöst.
Der Erreger ist bei Tieren seit langem bekannt. Erst 2018 wurde nachgewiesen, dass BoDV-1 auf den Menschen übertragbar ist und dabei meist tödliche Gehirnentzündungen verursacht. Die Krankheit ist seit 2020 meldepflichtig.