Studie zeigt massives Risiko für Beschäftigte

Bore-out: Stress durch Unterforderung 31.03.2026 11:42 Uhr

Berlin - 

Laut einer Umfrage der Pronova BKK schätzen 61 Prozent der in Deutschland befragten Erwerbstätigen ihr Burn-out-Risiko als mittel oder hoch ein. Als Ursachen führen die 1230 Befragten anhaltende Überforderung und Kränkungen am Arbeitsplatz an. Neben der Überlastung wird zudem Unterforderung – Bore-out – thematisiert, die verstärkt bei den unter 30-Jährigen auftritt.

Die psychische Belastung betrifft laut Befragung viele Erwerbstätige direkt oder indirekt: Ein Drittel habe bereits persönliche Burn-out-Erfahrungen gemacht, während 40 Prozent dies im Kolleg:innenkreis beobachtet hätten.

„Burn-out entsteht schleichend“

Als wesentliche Stressfaktoren werden strukturelle Rahmenbedingungen angeführt. Dazu zählen eine als unfair empfundene Aufgabenverteilung (32 Prozent), komplexe bürokratische Vorgaben (26 Prozent) sowie die ständige Erreichbarkeit (26 Prozent). Letzteres stellt insbesondere für die Altersgruppe der Generation Z eine Belastung dar.

„Burn-out entsteht schleichend, deshalb ist es so gefährlich“, erklärt Wirtschaftspsychologin und Resilienz-Trainerin Patrizia Thamm von der Pronova BKK. Warnsignale wie körperliche und emotionale Erschöpfung, Schlafstörungen, Kopf- und Rückenschmerzen würden häufig ignoriert. Gleiches gelte für eine verminderte Leistungsfähigkeit. „Wer über Wochen oder Monate mehrere dieser Signale bemerkt, sollte frühzeitig gegensteuern“, empfiehlt Thamm.

Gen Z durch Bore-Out belastet

Neben der Überforderung wurde Bore-out als eine weitere Form psychischer Erschöpfung identifiziert. Dieses Phänomen der anhaltenden Unterforderung oder Langeweile am Arbeitsplatz habe rund jede zweite befragte Person bereits bei sich selbst oder im Kollegenkreis beobachtet.

Monotone Aufgaben oder fehlende Entwicklungsperspektiven demotivierten dabei vor allem junge Erwerbstätige. 37 Prozent der unter 30-Jährigen gaben an, Bore-out selbst erlebt zu haben. Dieser Wert liegt über dem Durchschnitt aller Beschäftigten von 26 Prozent.

Im Arbeitsumfeld sollten Belastung, aber auch Unterforderung offen angesprochen werden dürfen, betont Thamm. Transparenz sei eine der effektivsten Möglichkeiten, Burn-out und Bore-out vorzubeugen. „Beide Phänomene sind Ausdruck derselben Dynamik. Einer Arbeitswelt, die extreme Anforderungen stellt und gleichzeitig an vielen Stellen Sinn entzieht.“