Luxus-Sportwagen abgeschleppt

Betrug in ambulanter Pflege: Millionenvermögen eingefroren 18.09.2026 14:05 Uhr

Mettmann - 

Bei einer Razzia von 200 Ermittlern wegen schweren Abrechnungsbetrugs ambulanter Pflegedienste haben die Behörden ein Millionenvermögen eingefroren und Luxus-Sportwagen abschleppen lassen. In Nordrhein-Westfalen und Hessen seien zahlreiche Objekte durchsucht worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Ein Haftbefehl gegen eine 39-Jährige wurde vollstreckt, ihr Ehemann sollte ebenfalls einem Haftrichter vorgeführt werden. Vermögenswerte in Höhe von 5,9 Millionen Euro wurden eingefroren.

Nach anonymen Anzeigen war seit Dezember 2025 gegen insgesamt 13 Beschuldigte ermittelt worden. Sie sollen Leistungen für ambulante Intensivpflege bei Krankenkassen abgerechnet, aber nicht oder unzureichend erbracht haben. In einer Wohnung in Düsseldorf sei ein pflegebedürftiges Kind in sehr schlechtem Gesundheitszustand entdeckt und in ein Krankenhaus gebracht worden.

Es bestehe der Verdacht des gewerbsmäßigen und bandenmäßigen Abrechnungsbetrugs, der Geldwäsche sowie von Steuerdelikten und des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt. Der Gesamtschaden liegt den Angaben zufolge derzeit bei rund elf Millionen Euro. Die Beschuldigten seien zwischen 20 und 54 Jahre alt.

Luxus-Sportwagen abgeschleppt

Bei den Durchsuchungen wurde umfangreiches Beweismaterial sichergestellt, darunter ein Arztstempel, der vermutlich zur Fälschung von Verordnungen verwendet worden sei. Zu den beschlagnahmten Vermögenswerten gehören Luxus-Autos der Marken Maybach, Mercedes AMG und Lamborghini.

51.000 Euro Bargeld, Gold, Schmuck, Taschen und Uhren wurden ebenfalls sichergestellt, zudem wurden Sicherungshypotheken in Höhe von 3,3 Millionen Euro in Grundbücher von Immobilien der Beschuldigten eingetragen.

Polizei, Zoll und Finanzbehörden seien in Düsseldorf, Dortmund, Wuppertal, Hagen, Oberhausen, Gelsenkirchen, Bottrop, Lüdinghausen, Duisburg, Mettmann, Monheim, Hürth und im hessischen Kelsterbach im Einsatz gewesen. Bei den Hauptbeschuldigten in Mettmann bei Düsseldorf sei eine scharfe Schusswaffe mit Munition entdeckt worden. Die Ermittlungen dauern an.