Bahnhof-Apotheke Kempten: Neubau mit Bio-Laden und Kita? 04.07.2026 08:37 Uhr
Die Bahnhof-Apotheke Kempten ist in ihrer Region eine feste Größe und auch weit über die Stadtgrenzen hinweg bekannt. Nun könnte das Unternehmen, das Inhaber Dietmar Wolz inzwischen mit seinem Sohn Alexander führt, noch weiter wachsen. Geplant ist daher eine dritte Filiale der Apotheke sowie eine PurNatur-Filiale ihres Bio-Ladens. Auch eine Kita könnte mit in den Neubau ziehen.
Seit mehreren Jahren steht die Frage um die räumliche und strukturelle Zukunftsfähigkeit der Apotheke zur Debatte, wie es vom Familienunternehmen heißt. Mit dem neuen Standort, der nun ins Auge gefasst wurde, könne man in der Nähe eines Möbelhauses und eines Baumarktes mit guter Erreichbarkeit und guten Parkmöglichkeiten punkten. Hier habe man mehr Gestaltungsmöglichkeiten und weniger räumliche Einschränkungen als in der Innenstadt.
Zu diesen bereits seit Längerem gereiften Plänen habe die Stadt Kempten der Bahnhof-Apotheke nun ein entsprechendes Grundstück angeboten. Zudem hat die Stadt Mitte Juni einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan in die Wege geleitet, womit die Realisierbarkeit des Vorhabens erst einmal detailliert geprüft wird.
Dies wird einige Zeit in Anspruch nehmen, wie die Apotheke deutlich macht: „Im Rahmen des Bauleitplanverfahrens wird in den nächsten Jahren in vorgeschriebenen Schritten erarbeitet, was grundsätzlich auf dem Areal gemacht werden darf.“
Apothekenfiliale, Naturkostladen, Bistro, Lager, Kita
Mit dem Grundstück will die Stadt mit Bedacht umgehen, es soll „nicht beliebig entwickelt werden […], sondern mit einem Partner, dem eine besonders verantwortungsvolle Umsetzung zugetraut wird. Die Bahnhof-Apotheke wurde dabei aufgrund ihres nachhaltigen Handelns, ihrer regionalen Verwurzelung sowie des eigenen Anspruchs an nachhaltiges Bauen, Energieeffizienz, Arbeitsplatzqualität und Ästhetik ausdrücklich als geeignete Partnerin für eine gemeinsame Entwicklung hervorgehoben“, heißt es von der Bahnhof-Apotheke.
Der angedachte Neubau der Apotheke könnte dann etwa 4500 Quadratmeter einnehmen. „Wir planen ein nachhaltiges, funktionales und ästhetisches Gebäude, das die Identität unseres Unternehmens als ein Ort für Gesundheit weiterführt“, so Inhaber Dietmar Wolz. Der Neubau in Holz-Hybridbauweise könnte dann die Apothekenfiliale, einen Naturkostladen mit Bistro und erweiterter Küche sowie Raum für Herstellung und Lagerflächen beherbergen.
Auch die Kita vor Ort könnte so erweitert werden, ebenso gebe es Mietflächen für Praxen. Auch ein Parkhaus soll auf dezente Art und Weise integriert werden. Das Biotop, das sich bisher auf dem Areal befindet, werde berücksichtigt und soll möglichst wenig beschnitten und bestehende Bäume gegebenenfalls umgesetzt werden.
Noch im „ergebnisoffenen Plan- und Prüfprozess“
Auch hierzu sei man mit der Stadt im intensiven Austausch. Zum derzeitigen Stand der Projektentwicklung kann die Stadt keine konkreten Informationen zum Grundstückspreis vorlegen, weshalb die generelle Realisierbarkeit des Neubaus für die Bahnhof-Apotheke aktuell nicht eingeschätzt werden kann. Auch die möglichen Nutzungen sind noch nicht konkret beschlossen, die Grundlagen dafür müssen erst durch Gutachten erarbeitet werden.
„Wir freuen uns über den ersten Schritt und nehmen eine positive Aufbruchsstimmung im Bauausschuss wahr“, erklären die beiden Inhaber. „Erst nach Abschluss der Planungsphase können wir jedoch wirklich entscheiden, ob wir einen Bauantrag einreichen. Im aktuellen Stadium befinden wir uns, wie auch die Stadt, in einem ergebnisoffenen Plan- und Prüfprozess, den wir in alle Richtungen sorgsam abwägen.“
Die Stammapotheke und der Naturkostladen sowie Teile der Produktion sollen in der Innenstadt erhalten bleiben. Ein möglicher Neubau sei aber nicht nur für die Kund:innen aus dem Umland vorteilhaft, sondern auch für Anlieferungen und Botendienste der Apotheke und des Herstellbereichs.