Hochpreiser und Cannabis

Wegen Spargesetz: Medios kappt Prognose 29.07.2026 11:01 Uhr

Berlin - 

Der Berliner Speziallieferant Medios kappt die Prognose. Grund ist das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG).

Medios rechnet jetzt zwar mit einem höheren Umsatz, aber einem geringeren Gewinn. Als wesentliche Ursachen genannt werden der anhaltende Preisrückgang bei margenstarken Präparaten im Segment Arzneimittelversorgung (Pharmaceutical Supply) sowie eingetrübte Geschäftsaussichten im Bereich Medizinalcannabis – eine unmittelbare Folge des vom Bundestag beschlossenen BStabG, das die Erstattung von Cannabisblüten durch die Krankenkassen in Zukunft ausschließt und die Erstattung cannabishaltiger Zubereitungen deutlich einschränkt.

Diese negativen Effekte können nicht durch den zu erwartenden Umsatzanstieg kompensiert werden. Außerdem gehe man davon aus, dass die Geschäftsentwicklung im Segment International Business leicht hinter den Erwartungen zurückbleibe.

Konkret rechnet Medios mit einem Umsatz von 2,1 bis 2,16 Milliarden Euro (bislang: 2 bis 2,12 Milliarden Euro); das operative Ergebnis (EBITDA) soll aber nur bei 88 bis 92 statt bei 94 bis 102 Millionen Euro liegen.

Immerhin soll die Marge im Segment Patientenindividuelle Therapien im weiteren Jahresverlauf verbessert werden. Das gleiche jedoch die negativen Effekte nur teilweise aus.

Hintergrund sind eingeleitete Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung – unter anderem die Einstellung der Produktion am Standort Aschaffenburg sowie das Programm „Avanti-Medios“.

„Medios ist nach wie vor auf Wachstumskurs. Gleichzeitig belasten der Preisdruck bei einzelnen Präparaten und die neue Gesetzeslage beim Medizinalcannabis unser Ergebnis. Diese Entwicklungen sind für uns Anlass, unser Operational-Excellence-Programm weiter zu forcieren und uns strategisch auf Geschäftsfelder zu fokussieren, in denen wir profitabel wachsen können“, sagt CEO Thomas Meier.