Pharmalogistiker

Trans-o-flex zieht Preise an APOTHEKE ADHOC, 28.09.2018 11:50 Uhr

Berlin - 

Trans-o-flex erhöht die Frachtpreise. Steigende Anforderungen erfordern nach Unternehmensangaben Investitionen in verschiedene Bereiche.

Ab 2019 soll eine Erhöhung von 5,5 Prozent in Kraft treten. Die Hauptgründe dafür sind die bereits deutlich gestiegenen und noch weiter steigenden Personalkosten. „Wenn wir gutes Personal halten und gewinnen wollen, müssen wir hier mehr als bisher investieren“, sagt Vorstandschef Wolfgang P. Albeck. Weitere Kostentreiber seien die stetig steigenden Anforderungen von Gesetzgeber, Kunden und Empfängern.

Dadurch steigen die Betriebskosten, außerdem seien Investitionen erforderlich, etwa in neue Fuhrparktechnik. Um Fahrverbote abzuwenden, muss laut Albeck in deutlich teurere Fahrzeuge mit einer geringeren Effizienz als die derzeitigen Diesel-Transporter investiert werden. Ebenso sind die kontinuierlich steigenden Ansprüche an IT und Datenschutz Gründe für eine Preissteigerung.

„Höchste Transparenz und ständig verfügbare Echtzeitinformationen über Sendungen, ihren Standort oder ihre Temperatur sind wichtige Fortschritte, aber gerade die Intelligenz unserer Logistik ist nicht zum Nulltarif zu haben“, so Albeck. Die IT-Investitionen sollen die Qualität der Dienstleistungen erhöhen und ein neues Serviceangebot ermöglichen. Laut Albeck sind die Zeiten der Kompensation von Kostensteigerungen durch Dienstleister nun vorbei.

Parallel führt Trans-o-flex ein neues Preismodell ein: So müssen die Firmen künftig vorab mitteilen, ob eine Lieferung an Geschäfts- oder Endkunden geht. Fehlt diese Meldung, wird es teurer. Lieferungen an Endverbraucher sind aufwändiger als solche an Geschäftskunden. Dies führt zu höheren Kosten, die laut Trans-o-flex „kein unkalkulierbares Risiko für den Versender darstellen“ sollten. Es wurde ein Preismodell entwickelt, das Kunden belohnt, die Ware künftig bereits bei der Datenübermittlung als Lieferung an eine Privatadresse zu kennzeichnen.

Das Weinheimer Unternehmen ist unter anderem auf den Transport sensibler Arzneimittel spezialisiert, Kunden des Tochterunternehmens Thermomed können zwischen Transporten mit aktiver Temperaturführung im Bereich von 2 bis 8 Grad oder 15 bis 25 Grad wählen. Die Arzneimittel werden nach den EU-Regeln für den Parmatransport befördert.

Vor zwei Jahren war Trans-o-flex von der Österreichischen Post an das Familienunternehmen Schoeller/Amberger verkauft worden. Als Pharmalogistiker liegt das Unternehmen zwar mit Markanteil von 70 Prozent unangefochten vorn. Doch die Idee, Trans-o-flex auch noch zum Paketdienst zu machen, ging nicht auf. Statt Geld zu bringen, verschlang das Kerngeschäft Millionen. Anfang Juni hatte Trans-o-flex bekanntgegeben, mehrere Millionen Euro in die Anschaffung von 81 Trailern mit zertifiziertem Pharmastandard investiert zu haben.