Sinvoll ja oder nein?

Streptokokken: Laientests auch in Drogerien 26.02.2026 08:52 Uhr

Berlin - 

Aktuell kursieren Scharlach-Erreger in Kitas und Schulen, wobei die Infektionszahlen regional variieren. Ob Personen, die über Halsschmerzen klagen, tatsächlich mit Streptokokken infiziert sind, lässt sich anhand von einfachen Tests herausfinden. Nachdem diese Laientests in Apotheken abgegeben werden dürfen, sind sie nun auch in Drogerien zu finden. Wie sinnvoll ist der Test für zu Hause?

Starke Halsschmerzen, rote Himbeerzunge und Ausschlag am Körper und im Gesicht – das sind die typischen Symptome von Scharlach. Wer schnell genau wissen möchte, ob eine Infektion mit Streptokokken vorliegt, kann Laientests in der Apotheke und nun auch bei dm oder Rossmann kaufen.

Anwendung des Selbsttests

Die Anwendung der Selbsttests erfolgt ähnlich wie zu Corona-Zeiten: Per sterilem Wattestäbchen wird eine Probe aus dem Rachenraum entnommen. Vorzugsweise sollen Anwender:innen dabei auch die Mandeln abstreichen. Das benetzte Stäbchen wird in eine spezielle Testlösung getaucht und im Anschluss wird diese auf das entsprechende Feld eines Teststreifens getropft. Innerhalb von wenigen Minuten zeigt der Test, ob Streptokokken der Gruppe A vorhanden sind. Der Preis für die Laientests variiert zwischen 2 bis 15 Euro, je nach Packungsgröße und Angebot.

Positiv oder negativ?

Zwar ersetzt der Test keine ärztliche Diagnose, bei einem positiven Testergebnis sind dennoch sehr wahrscheinlich Streptokokken vorhanden. Deswegen sollte das Ergebnis von einem Arzt oder einer Ärztin bestätigt werden. Häufig ist es sinnvoll, die Infektion mit einem verschreibungspflichtigen Antibiotikum zu behandeln. Achtung: Ein negatives Ergebnis schließt eine Infektion nicht automatisch aus. Anhaltende Symptome sollten daher ebenso ärztlich abgeklärt werden.

Da Streptokokken hochansteckend sind, sollten Betroffene engen Kontakt zu anderen Personen meiden, insbesondere zu vulnerablen Gruppen. Dazu gehören chronisch Kranke, ältere Menschen oder Personen mit geschwächtem Immunsystem. Erfolgt keine antibiotische Behandlung können Infizierte bis zu drei Wochen ansteckend sein. Mit einer Antibiose, ist der oder die Behandelte nur noch 24 Stunden nach der ersten Anwendung infektiös.

Benachrichtigungspflicht

Wichtig: Scharlach ist in Deutschland nicht namentlich beim Gesundheitsamt meldepflichtig. Die Erkrankung unterliegt aber einer Benachrichtigungspflicht in Gemeinschaftseinrichtungen nach § 34 Infektionsschutzgesetz (IfSG). Eltern müssen demnach Schule oder Kinderbetreuungseinrichtungen informieren. Betroffene dürfen die Einrichtung erst 24 bis 48 Stunden nach der ersten Antibiotikagabe wieder besuchen.