Sorge: Versand unterstützt Apotheken vor Ort 11.06.2026 12:29 Uhr
Das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) hat den Bundestag passiert; die begleitenden Verordnungen würden bald Klarheit bringen, was die Versandapotheken erwarte, so Heinrich Meyer beim Kongress des Bundesverbandes Deutscher Versandapotheken (BVDVA). Man werde schauen, dass die Interessen der Branche gewahrt blieben, so der Verbandsvorsitzende. Zuspruch kommt vom Parlamentarischen Staatssekretär Tino Sorge (CDU), der die Versender lobte und deutlich machte, dass über einige Regulierungen geredet werden müsse.
Die digitale Gesundheitsversorgung von morgen sei bereits gestartet, machte Sorge in seinem Grußwort deutlich. Politisch gebe es kontroverse Diskussionen beispielsweise zur Regulierung. Das Fixum sei hingegen geklärt. „Die Vergütungsfrage ist für Apotehker:innen nicht ganz unwichtig.“ Der andere Punkt sei die Digitalisierung. Wo wolle die Bundesregierung bei der Frage hin, was könnten und was sollten Apotheken und Versandapotheken dürfen auch mit Blick auf die Nutzung von Digitalisierung und KI, fragte Sorge.
Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) wolle Möglichkeiten eröffnen. Allerdings habe man in Deutschland den Reflex der risikogetriebenen Diskussion. „Um Gottes Willen, dann weiß ein Algorithmus, wie meine Disposition ist und welche Dinge ich gerne in Anspruch nehme.“ Bei staatlichen Angeboten müsse man immer sehr vorsichtig sein, private Angebote würden gerne mitgenommen.
Im Gesundheitssystem werde es perspektivisch mehr darum gehen, die jeden Tag milliardenfach anfallenden Daten auch nutzbar zu machen, so Sorge. „Wir haben die elektronische Patientenakte (ePA) auf den Weg gebracht.“ Diese komme jetzt ins Laufen und sei das Vehikel, um Datenströme zusammenzuführen – Gesundheitsdaten sollen immer für alle Akteure im Gesundheitssystem parat sein, wenn Patient:innen das wollten, machte Sorge klar.
„Wir brauchen ein System, mit dem Daten nutzbar gemacht werden“, so Sorge. Hier komme das Gesetz für Daten und digitale Innovationen im Gesundheitswesen (GeDIG) ins Spiel. „Wir sind dabei, das GeDIG über die Rampe zu heben.“
Daten retten Leben
Politik gebe die Rahmenbedingungen, wie Digitalisierung den Alltag erleichtern und gleichzeitig Innovationen ins System kommen könnten. „Daten retten Leben, Daten können Versorgung verbessern – die Nichtnutzung von Daten führt zu Todesfällen und sorgt dafür, dass Versorgung nicht optimal ausgestaltet werden kann.“ Datenschutz könne jedoch nicht alles überlagern.
Lob an Versender
„Versandapotheken sind ein sehr innovativer Bereich, der an vielen Stellen vorangeht, erprobt, der schaut, was gemacht werden kann und der natürlich – Stichwort Europarecht – an vielen Stellen Regulierungen unterliegt, über die man auch sprechen muss“, so Sorge.
Welche Chancen gebe es und wie angenehm könne man Versorgung für alle so gestalten, dass das passende Arzneimittel im Idealfall, ohne etwas tun zu müssen, zum Patienten komme? Man müsse zudem auch über Themen wie Kühlkette und gleichlange Spieße diskutieren – aber auch darüber, was im Bereich des Versandhandels möglich sei. Man müsse zu pragmatischen Ansätzen kommen, die man sich vor einigen Jahren nicht vorstellen konnte. Daher sei es wichtig, dass politische Debatten geführt würden.
Das ApoVWG schaffe neue Versorgungsangebote für die Apotheken vor Ort; unterstützt durch Versandmöglichkeiten. „Versorgung wird sich ändern müssen“, so Sorge. Digitalisierung müsse dabei pragmatisch sein. Mit KI ließen sich Probleme schneller lösen als mit analogen Terminen.
Digitalisierung sei ein positives Narrativ zum Spargesetz und biete andere Optionen. Während im ländlichen Raum eine Ausdünnung der Apotheken stattfinde, gebe es gleichzeitig die Optionen Versandapotheke, Telemedizin und Digitaldatentracking. Wenn technische Lösungen anstehende Probleme zeigten, könne frühzeitig interveniert werden. KI sei oft besser als analoge Anwendungen.