Datenübermittlung an Facebook

Shop Apotheke: Datenschützer warnen vor App APOTHEKE ADHOC, 14.05.2021 10:21 Uhr

„Risiko für Ihre Privatsphäre“: Datenschützer warnen vor der Shop-Apotheke-App. Foto: APOTHEKE ADHOC
Berlin - 

Die App von Shop Apotheke ist ein Risiko für die Privatsphäre ihrer Nutzer. Zu diesem Urteil kommen Datenschutzexperten des Vereins iRights: Dessen Infoportal Mobilsicher.de hat die Bestell-App des Versenders unter die Lupe genommen und kritisiert vor allem, dass sie sensible Daten an Drittanbieter wie Facebook weiterleitet.

Wer in der App von Shop Apotheke nach Arzneimitteln sucht oder sie bestellt, könnte Dritten Rückschlüsse auf den eigenen Gesundheitszustand ermöglichen. Zu diesem Ergebnis kommen die Datenschutzexperten von Mobilsicher.de. Denn die App stellt Nutzerdaten in Kombination mit Suchanfragen insgesamt neun Drittanbietern zur Verfügung: Zur Nutzung der App muss man sich mindestens mit Namen und E-Mail-Adresse registrieren. Die meisten Daten gehen dann freilich an Shop Apotheke selbst, darunter E-Mail-Adresse, Medikament, Vor- und Nachname, Ortsname, Passwort, Verbindungsaufbau.

Eine ganze Reihe unterschiedlicher Daten verbleibt allerdings nicht bei Shop Apotheke, sondern wird mit einer Reihe von Drittunternehmen geteilt, darunter drei US-Unternehmen. So werden nicht nur E-Mail-Adresse sowie Vor- und Nachname, sondern auch Informationen über das gesuchte Medikament an Leanplum gesendet. Das Unternehmen aus San Francisco bietet eine Plattform für personalisierte Onlinewerbung und wertet dazu Kundendaten aus, die ihm wiederum von seinen Kunden zur Verfügung gestellt werden. Auf seiner Homepage wirbt das Unternehmen mit dem Beispiel Musik für sein Angebot.

Für die meisten Nutzer dürften Informationen über den gekaufte Musikalben allerdings weniger sensibel sein als über gekaufte Arzneimittel. „Damit können Rückschlüsse über Ihre Gesundheit gezogen und Ihrer Person zugeordnet werden. Wir bewerten dieses Verhalten als sehr kritisch“, so die Datenschützer von iRights. Ebenfalls in San Francisco sitzt das Unternehmen Algolia, das ein Websearch-Tool anbietet und ebenfalls den Namen des gesuchten Medikaments erhält.

Dieselben Daten landen auch bei Facebook. Der US-Gigant erfasst zusätzlich noch die Werbe-ID, über die sich die anderen Informationen einem bestehenden Personenprofil zuordnen lassen. „Auch mit dieser Kombination an Daten können Drittanbieter Rückschlüsse über Ihre Gesundheit ziehen“, so die Experten. Ihre Empfehlung ist deshalb eindeutig: Sie raten Verbrauchern davon ab, die App herunterzuladen und zu benutzen, denn: „Bei dieser App schätzen wir das Risiko für Ihre Privatsphäre als sehr hoch ein.“