Roche: Weniger Umsatz mit Blutzuckerteststreifen 05.03.2026 09:47 Uhr
Der schweizerische Pharmakonzern Roche hat 2025 in Deutschland gute Geschäfte gemacht. Der Umsatz stieg um 4,7 Prozent auf 8,9 Milliarden Euro an, wie das Unternehmen mitteilte. Zum Ergebnis gab es keine Angaben. Roche ist in Deutschland unter anderem in Mannheim, in Grenzach-Wyhlen unweit der schweizerischen Grenze und im bayerischen Penzberg vertreten.
Die Pharma-Sparte des Konzerns legte beim Umsatz um 6,3 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro zu.
Das Geschäft der Diagnostik-Sparte ging leicht um 1 Prozent auf 909 Millionen Euro zurück. Hintergrund ist das abnehmende Geschäft mit Blutzuckerteststreifen, weil der Trend schon seit Längerem hin zur kontinuierlichen Glukosemessung geht. Der Rückgang in dem Bereich wurde erwartet.
Die Lieferungen aus den deutschen Standorten in den globalen Roche-Verbund stiegen um 5 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro. Dies unterstreiche die strategische Bedeutung Deutschlands als Technologie- und Produktionsknotenpunkt innerhalb des Konzerns sowie als Exportnation.
Invest in Deutschland
Roche hat eigenen Angaben zufolge im vergangenen Jahr in Deutschland etwa 719 Millionen Euro in den Ausbau und die Werterhaltung seiner Standorte investiert. Die Zahl der Beschäftigten legte um 338 auf 18.549 Mitarbeitende zu. „Wir haben unser Investitionsversprechen auch unter zunehmend schwierigen Rahmenbedingungen und Belastungen eingehalten“, sagt Dr. Claudia Fleischer, Geschäftsführerin der Roche Diagnostics. „Seit 2020 hat Roche in Deutschland über 1800 neue Arbeitsplätze geschaffen und fast 3,8 Milliarden Euro investiert. Unsere Investitionen sind langfristig angelegt und richten sich auf Technologie, Standorte und qualifizierte Beschäftigte. Sie sind Ausdruck unseres klaren Bekenntnisses zu Deutschland – und doch kein Selbstläufer. Bürokratie, Überregulierung und langsame Genehmigungsverfahren sind nicht nur Herausforderungen. Sie verursachen massive Zusatzkosten und schwächen die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Hier ist die Politik gefragt.“
Beispiel für hier getätigte Investitionen sei das Mitte Februar eröffnete Diagnostik-Innovationszentrum in Penzberg mit intelligenter Vernetzung, vollautomatisierter Prozesse und hochmoderner Robotik. „Frühe Diagnostik ist der Schlüssel für wirksame Therapien – etwa bei Krebs oder neurodegenerativen Erkrankungen – und somit auch ein wichtiger Hebel für mehr Effizienz im Gesundheitssystem“, betont Daniela Kahlert, Geschäftsführerin der Roche Diagnostics Deutschland.
Die industrielle Gesundheitswirtschaft sei Wachstumstreiber und gewinne an strategischer Bedeutung im Kontext der nationalen Sicherheitsfrage. „Regierungen weltweit haben erkannt, dass die Bedeutung unserer Branche weit über Gesundheit und Patientenversorgung hinausgeht. Sie ist Teil der kritischen Infrastruktur und ein entscheidender Faktor für Wachstum, technologische Souveränität und Versorgungssicherheit”, betont Dr. Daniel Steiners, Vorstand der Roche Pharma AG. „Wer einseitige globale Abhängigkeiten begrenzen und Resilienz stärken will, muss Standortbedingungen schaffen, die Wertschöpfung, Innovation und Wachstum ermöglichen. Dazu gehört auch ein attraktiver heimischer Markt, der den Absatz innovativer Produkte trägt.”
US-Maßnahmen wie die Modernisierung der Food and Drug Administration (FDA), der Abbau bürokratischer Hürden und die Stärkung der inländischen Arzneimittelproduktion würden auch für Europa nicht ohne Folgen bleiben. „Es spricht vieles dafür, die neuen Rahmenbedingungen und Regularien in den USA und deren Auswirkungen sowohl auf den Wirtschaftsstandort als auch die Versorgung in Deutschland gemeinsam mit der deutschen Politik aufmerksam zu erörtern und unsere eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken”, so Steiners. Es bestehe Handlungsbedarf in der Industriepolitik hinsichtlich der Planungssicherheit für langfristige Investitionen, beschleunigter Genehmigungsprozesse, einer konsequente Digitalisierung, innovationsfreundlicher Marktzugangsbedingungen und auch einer angemessenen Honorierung von Innovationen.