Rx-Boni vor Gericht

Rezeptgutscheine: FA will DocMorris stoppen 06.05.2026 15:03 Uhr

Berlin - 

Neben der Apothekerkammer Nordrhein (AKNR) geht auch die Freie Apothekerschaft (FA) juristisch gegen die Rx-Boni der Versender vor. Vor dem Landgericht (LG) Hamburg wurde gestern eine Gutscheinaktion von DocMorris verhandelt, bei der für Bestellungen verschreibungspflichtiger Arzneimittel 10-Euro-Gutscheine über die eigenen Apps angeboten wurden.

Die Gutscheine sollten zunächst mit der Zuzahlung und anschließend mit dem Preis von mitbestellten, nicht verschreibungspflichtigen Produkten verrechnet werden. Solche Konstellationen hatte der Bundesgerichtshof (BGH) zuletzt im Zusammenhang mit OTC-Medikamenten für unzulässig erklärt, da sie zu einem Mehrverbrauch führen könnten. Laut FA gibt es nach der fast zweistündigen intensiven mündlichen Verhandlung gute Chancen, dass das LG Hamburg einen Verstoß gegen § 7 Heilmittelwerbegesetz (HWG) sieht. Die Entscheidung ist Ende Juni zu erwarten.

„DocMorris soll nicht damit rechnen, dass die Freie Apothekerschaft ihren Einsatz für einen fairen Wettbewerb aufgibt“, so die 1. Vorsitzende Daniela Hänel. „Wir vertrauen darauf, dass in unserem Rechtsstaat nicht das Recht des (finanziell) Stärkeren gilt, sondern die Stärke des Rechts! Die mündliche Verhandlung vom gestrigen Tage hat unser Vertrauen bestätigt. Wir danken unseren Anwälten Dr. Thomas Guttau und Dr. Fiete Kalscheuer für ihren engagierten und furchtlosen Einsatz in der mündlichen Verhandlung!“

Den Unterlassungsanspruch hatte ein von der FA unterstützter Apotheker geltend gemacht. Im Juli steht in einem ähnlich gelagerten Fall vor dem LG Frankfurt eine weitere Gerichtsverhandlung an. Auch dort wird die Klägerin von der FA unterstützt.