Rezeptprüfstelle

Retax: Davaso wird Iqvia 09.03.2026 12:20 Uhr

Berlin - 

Der US-Datenkonzern Iqvia wickelt unter seinem eigenen Namen künftig auch Retaxationen ab. Fünf Jahre nach der Übernahme der Rezeptprüffirma Davaso wird der alte Name abgelegt.

Davaso wird in Kürze unter dem neuen Namen Iqvia Health System Services (Iqvia HSS) firmieren. „Mit dieser Umbenennung tragen wir unserer bereits seit 2021 bestehenden Zugehörigkeit zum Iqvia-Konzern auch im Außenauftritt Rechnung und stärken langfristig unsere Position als verlässlicher Partner des deutschen Gesundheitswesens“, heißt es in einer Mitteilung an die Apotheken.

Für die „Partner“ ergäben sich daraus keine inhaltlichen Anderungen: Sämtliche Verträge behielten unverändert ihre Gültigkeit. Ansprechpartner sowie Prozesse blieben dieselben. Iqvia HSS unterliege denselben gesetzlichen Rahmenbedingungen, Datenschutzanforderungen und Sicherheitsstandards wie zuvor Davaso. „Wir danken Ihnen für das uns entgegengebrachte Vertrauen und freuen uns darauf, die erfolgreiche Zusammenarbeit unter unserem neuen Namen fortzuführen.“

Der ursprüngliche Name steht für Daten (DA), Validierung (VA) und Software/Solutions (SO). Das Unternehmen mit Sitz in Leipzig war 2017 durch Fusion der beiden Wettbewerber Inter-Forum und Syntela hervorgegangen. Beide Abrechnungsdienstleister hatte der Brenninkmeijer-Clan (C&A) Ende 2015 beziehungsweise Anfang 2016 übernommen. Ende 2017 übernahm der britische Finanzinvestor Montagu über eine Holding in Luxemburg 90 Prozent der Anteile, vier Jahre später wurde an Iqvia verkauft.

Auch wenn das Unternehmen mit Sitz im Bürokomplex „Triumphator“ in Leipzig bei den Apotheken gefürchtet ist, entfällt nur ein kleiner Teil von weniger als 2 Prozent des Umsatzes von zuletzt rund 112 Millionen Euro auf diesen Bereich. 62 Prozent der Erlöse spülten vielmehr die geprüften Belege von Pflegediensten, Praxen, Ambulanzen, Taxifahrern, Hilfsmittelanbietern und Heilmittelerbringern in die Kasse. 12 Prozent entfielen auf die IT-Tochter Comline, mit der die Abda eine Zeitlang beim Datenhub zusammenarbeitete. Weitere 8 Prozent steuert der DMP-Bereich bei; hier war schon Inter-Forum unangefochtener Marktführer. Der Rest entfällt auf Dienstleistungen für die KVen sowie auf kleinere Leistungsbereiche.