Gesundheitsreform

Reimporteure wollen höhere Importquote Janina Rauers, 08.07.2010 15:40 Uhr

Berlin - 

Schwarz-Gelb will an der Reimportquote festhalten und damit rund 100 Millionen Euro zusätzlich einsparen. Wie genau das geschehen soll, ist noch nicht entschieden. Denkbar wäre beides: eine Stärkung der Importe oder aber weitere Sparmaßnahmen auf Kosten der Reimporteure. Die Unternehmen reagieren mit gemischten Gefühlen auf den plötzlichen Kurswechsel der Regierung.

„Die Politik hat erkannt, dass sie Reimporte als Einspar- und als Wettbewerbsinstrument benötigt“, sagt Eurim-Chef Andreas Mohringer. Er schlägt vor, die Wirtschaftlichkeitsreserven der Importe stärker zu nutzen - am besten durch eine Erhöhung der Reimportquote. Eine Anhebung der Quote von 5 auf 10 Prozent sei einfach zu realisieren. Apotheker und Krankenkassen müssten eine Quotenänderung gemeinsam beschließen, da der Importanteil nicht gesetzlich bestimmt, sondern im Rahmenvertrag festgelegt wird.

Nicht an, sondern mit Importarzneimitteln müsse gespart werden, fordert Kohlpharma. Stärker gefördert, könnten Importe einen wesentlichen Beitrag zum Sparpaket leisten, sagte ein Unternehmenssprecher gegenüber APOTHEKE ADHOC.

Dass die Erhöhung des Herstellerrabatts auch für die Reimporteure gilt, sieht man bei Kohl immer noch kritisch: „Es wäre nur konsequent, wenn die Regierung die Reimporteure von der Erhöhung ausnimmt - sonst würde sie zwei gegenläufige Instrumente einsetzen“, so der Sprecher. Ein diesbezüglicher Änderungsantrag der SPD ist allerdings gescheitert.

Auch dem Zytostatika-Spezialisten CC Pharma bereitet die Erhöhung des Herstellerrabatts Sorgen: „Etwa 50 Prozent des Umsatzes fallen damit weg“, sagte Firmenchef Norbert Klein gegenüber APOTHEKE ADHOC. Klein fürchtet zudem, dass die Reimporteure mit ihren eigenen Waffen geschlagen werden. Denn eine Erhöhung des vorgeschriebenen Preisabstandes zu Originalen hatten ursprünglich die Reimporteure selbst vorgeschlagen. „Ziel war allerdings, damit die Erhöhung des Herstellerrabatts zu vermeiden“, so Klein.

Der Reimporteur hochpreisiger Arzneimittel warnt vor einem Verlust von Arbeitsplätzen. CC Pharma leide unter dem Preismoratorium und der Verringerung der Großhandelsspanne. „Bei einigen Präparaten droht ein Minus von 30 Prozent“, so Klein. Er sieht die Erfüllung der Importquote gefährdet: „Wenn die Reimporteure die Apotheken nicht mehr beliefern können, ist das Festhalten der Regierung an der Importquote ein stumpfes Schwert.“