Cannabis

Quantenpunktphysik: CBD als Medizinprodukt Nadine Tröbitscher, 22.11.2019 10:22 Uhr

Berlin - Beim Thema Cannabidiol (CBD) scheiden sich die Geister – Arzneimittel, Novel Food oder Nahrungsergänzungsmittel? Aus Hamburg kommen jetzt die einzigen in Europa registrierten Medizinprodukte. Leafpharma verspricht den Apotheken Rechtssicherheit, denn das enthaltene CBD besitzt laut Hersteller keine pharmakologische, sondern eine rein biophysikalische Wirkung.

Dr. Thomas Wüstefeld, Firmenchef von Leafpharma, erklärt das quantenpunktphysikalische Wirkprinzip: „Das CBD wirkt als Fernbedienung für den Rezeptor, ohne selbst anzuheften, also zu berühren.“ Wie das funktioniert? Über elektromagnetische Wellen. Liegt die Partikelgröße im Nanometerbereich der deBroglie-Wellenlänge (unter 50 nm), gelten quantenchemische Gesetze.

Funktionieren kann dies jedoch nur, wenn der Steuerstoff – CBD – einen Halbleitercharakter besitzt. Denn dann kann dieser mit einem Nanokristall wie beispielsweise kolloidaler Kieselsäure zu einem Quantenpunkt verbunden werden. Dann ist es dem CBD möglich, elektromagnetische Wellen teilkohärent abzustrahlen und mit einer geringen Wirkstoffmenge die maximale Wirkung zu erreichen. Dabei gibt es laut Wüstefeld neben der „ultrahohen Bioverfügbarkeit“ einen weiteren positiven Effekt – Nebenwirkungen werden gemindert oder treten gar nicht auf.

Ein nanoskalierter Tetraeder aus pyrogenem Siliciumdioxid verstärkt den Effekt: „Cannabinoide zeigen bei Bindung an einen 20-nm-Cluster eine circa 20-fach stärkere physikalische Wirkung“, so Wüstefeld. „Wird der Cluster auf 6 nm (13 Moleküle, Dodekaeder mit einem Zentraltetraeder) verkleinert, so erhöht sich die Wirkung noch einmal erheblich.“ Voraussetzung ist, dass sowohl ein nanoskalierter Träger (Kern) als aus auch das Wirkstoffmolekül (Schale) als Feststoff mit Halbleitereigenschaften vorliegen – also Quantenpunkte. Wichtig sind demnach nicht die chemischen Eigenschaften der Wirkstoffe, sondern deren Wellencharakter.

Was passiert im menschlichen Körper? Das CBD sendet elektromagnetische Signale aus, die von nanoskarlierten Hohlraumresonanzen empfangen werden. Dazu zählen das tubuläre Zytoskelett, Kollagenfasern sowie alphahelikale Proteine, die an den Rezeptoren als Antennen fungieren. Mit Beinahe-Lichtgeschwindigkeit findet die elektromagnetische Übertragung statt. Dabei dringen die Wellen unabhängig von ihrer Frequenz tief in das Gewebe ein und können durch den Körper hindurch wirken – ein Effekt, der laut Wüstefeld aus dem Alltag bekannt ist, nämlich wenn das Auto aus weiter Entfernung mit dem Schlüssel elektronisch geöffnet oder verschlossen wird. „Einfach ausgedrückt: Im menschlichen Nervensystem befinden sich Cannabinoid-Rezeptoren, an denen die Wirkstoffe aus der Cannabispflanze andocken können. Die Wirkung erfolgt jedoch biophysikalisch im kolloidalen System.“

Warum CBD-Kolloide? „Weil die Natur kolloidal ist.“ Kolloide sind kleinste, energetisch elektrisch negativ oder positiv geladene, im Wasser gelöste Partikel mit hohem Zeta-Potential. Dabei besitzen sie eine große Oberfläche und eine große Oberflächenenergie. CBD-Kolloide sind Stoffe in einem Verteilungszustand, bei denen die dispersen Teilchen nur ultramikroskopisch nachzuweisen sind.

Ein CBD-Kolloid besteht einerseits aus einem Dispersionsmittel; Teilchen im Kolloid sind Atome, Elektrolyte, Moleküle oder kleine kristalline Aggregate (Zusammenballungen). Flüssige Kolloide werden als Sol bezeichnet, feste als Gel und gasförmige als Aerosol. Nach der Form wird in kugelförmige Kolloide (zum Bespiel Glykogen) und fadenförmige Kolloide (zum Beispiel Eiweiße) unterschieden. Der kolloidosmotische Druck ist abhängig von der Konzentration der im Dispersionsmittel befindlichen Teilchen. Für das Blutplasma wird ein kolloidosmotischer Druck von 3,2 kP (= 1/20 des Atmosphärendrucks) angegeben.

Die CBD-Produkte von Leafpharma enthalten Vollspektrum-Hanfextrakte und Siliciumdioxid, sind als Medizinprodukte eingestuft und tragen entsprechend eine CE-Kennzeichnung. „Somit ist für alle Partner Rechtssicherheit gegeben“, sagt Wüstefeld. Zum Portfolio gehören ein Öl mit biophysikalisch verstärktem CBD sowie ein Roll-on, ein Spray und Kapseln. Die Ware kommt aus Luxemburg; hier konnten die Produkte im April erstmalig auf den Markt gebracht werden. Jetzt sollen die Produkte, deren Reise vor etwa vier Jahren begann, auch in Deutschland unter der apothekenexklusiven Dachmarke LeafPro mit einem CBD-Gehalt zwischen 3 und 50 Prozent eingeführt werden.

Leafpharma verfügt über ein eigenes F&E und Farming. „Wir können die Pflanze so steuern, wie wir sie in der Natur in Bezug auf den Gehalt haben wollen“, so Wüstefeld. Und auch die Aufbereitung ist nach Angaben des Firmenchefs einzigartig: „Wir verwenden ein schonendes Extraktionsverfahren mit Ethanol. Dies sichert den Erhalt des kompletten Terpenprofils.“ Zudem wird durch Verwendung Mittelkettiger Triglyceride aus Kokosöl (MCT-Öl) die Hochwertigkeit der Cannabinoide und Terpene gesteigert.

Die Einsatzbereiche von CBD sind vielfältig. Die Substanz entfaltet ihre Wirkung über das körpereigene Endocannabinoidsystem, das beispielsweise an der Schmerzverarbeitung beteiligt ist. Bislang sind mehr als 113 Cannabinoide bekannt. Am bekanntesten ist neben CBD das psychoaktive Delta-9-Tetrahydrogencannabinol (THC).

Leafpharma hat aber nicht nur CBD, sondern Cannabinol (CBN) und Cannabichromen (CBC) im Fokus. „Aktuell beschäftigen wir uns schon mit weiterentwickleten Formen der Cannabinoide“, so Wüstefeld.

Die Inhaltstoffe der Cannabispflanze wirken auf das endo-cannabonoide System mit seinen verschiedenen Rezeptoren:

  • Typ-1-Cannabinoid-Rezeptoren im zentralen Nervensystem
  • Typ-2-Cannabinoid-Rezeptoren im Immun-, Verdauungs- oder dem Fortpflanzungssystem sowie in Knochen, Haut, Lunge, hormonalen Drüsen oder in den Augen. Daher gibt es immer wieder Berichte über die Anwendung von Cannabinoiden bei Krankheiten.

Hanf ist eine der ältesten Zier- und Nutzpflanzen. CBD, das aus den Blüten der weiblichen Cannabispflanze gewonnen wird, besitzt keine psychoaktive Wirkung, denn die Substanz bindet nur mit geringer Rezeptoraktivität an die endogenen Cannabinoidrezeptoren CB1 und CB2.