Ophthalmika

Novartis: Aus für Alomide und Lacrisic APOTHEKE ADHOC, 11.10.2017 09:34 Uhr

  • „Außer Vertrieb“: Novartis streicht Alomide und Lacrisic. Foto: Elke Hinkelbein
Berlin -

Erst Übernahme, jetzt Produktstreichungen. Die EU-Kommission hatte der Übernahme von Alcon durch Novartis bereits 2010 unter Auflagen zugestimmt: Der Konzern musste sich von einigen Produkten trennen. Im Mai 2017 wurde Alcon abgewickelt. Jetzt gehen die Streichungen weiter – Alomide und Lacrisic sind Geschichte.

Alomide (Lodoxamid) war seit 1997 auf dem Markt. Die Augentropfen konnten für die Behandlung der nicht-infektiösen allergischen Konjunktivitis eingesetzt werden. Lodoxamid ist wie Cromoglicinsäure ein Mastzellstabilisator. Die Wirkung tritt erst mit einer Verzögerung von Tagen bis Wochen ein. Voraussetzung ist eine regelmäßige Anwendung viermal täglich, bevor Histamin und weitere Mediatoren freigesetzt wurden.

Die Wirkung von Lodoxamid war mit Cromoglicinsäure vergleichbar. Dennoch war das apothekenpflichtige Arzneimittel den generischen „Cromo-Präparaten“ deutlich überlegen. Eine Flasche zu 10 ml kostete allerdings 19,95 Euro. Der antiallergische Schnelldreher ist bereits für etwa fünf Euro zu haben. Lodoxamid verschwindet mit Alomide, das als Mehr- und Einzeldosenbehältnis im Handel war, ganz.

„Der in Alomide enthaltene Wirkstoff Lodoxamid-Trometamol ist in der Therapie durch die moderneren H1-Antihistaminika als zeitgemäßer abgelöst“, so der Konzern. „Innerhalb des Novartis-Portfolios bieten wir weiter die moderneren und hochwirksamen Antiallergika im verschreibungspflichtigen Bereich an.“

Lacrisic (Hypromellose) ist ebenfalls außer Vertrieb. Die Augentropfen wurden zur symptomatischen Behandlung trockener Augen sowie gegen die Beschwerden einer mangelnden Tränensekretion eingesetzt. Rötung, Brennen, Fremdkörpergefühl oder Juckreiz wurden gelindert. Lacrisic wurde 1994 eingeführt.

Novartis hat mit Genteal noch Hypromellose-haltige Augentropfen im Handel. Das Produkt enthält im Vergleich zu Lacrisic 3 statt 2 Prozent Hypromellose. Die Substanz wird in wässriger Lösung als „künstliche Tränen“ bezeichnet. Die Tropfen werden mehrmals täglich angewendet. Im Handel sind Mehr- und Eindosenbehältnisse verschiedener Hersteller.

Der Konzern verweist zur Behandlung von trockenen Augen auf seine „Systane Hydration Benetzungstropfen“. Die Inhaltsstoffe HP-Guar und Hyaluronsäure böten den Verwendern Vorteile wie verbesserte Feuchtigkeitsspeicherung, erhöhter Schutz vor Austrocknung und Unterstützung im Heilungsprozess im Vergleich zu Hyaluronsäure allein.