Lohnhersteller baut Werk für Théa 28.07.2026 08:57 Uhr
Théa Pharma baut eine neue Produktionsstätte in Zentralfrankreich. Dabei kooperiert der auf Ophthalmika spezialisierte Hersteller mit dem Lohnhersteller Unither.
Die neue Anlage ist rund 20.000 Quadratmeter groß und befindet sich in Gannat, einer Kleinstadt in der Auvergne nördlich von Clermont-Ferrand. Der Standort soll primär der Herstellung steriler ophthalmologischer Produkte von Théa dienen; auf mehreren Produktionslinien sollen konservierungsmittelfreie, sterile Mehrdosenflaschen und Einzeldosen produziert werden.
Das Besondere: Die Anlage wird im Rahmen einer langfristigen Kooperation vom Lohnhersteller Unither geplant und betrieben. Dieses Modell ist in der Pharmaindustrie unüblich; normalerweise werden Produktionsstätten von mehreren Kunden gemeinsam genutzt. Das Projekt spiegelt das langfristige gegenseitige Engagement beider Unternehmen wider, heißt es. Die vom restlichen Standort Gannat getrennte Anlage wurde so konzipiert, dass sie den langfristigen Wachstumsbedarf von Théa deckt und gleichzeitig die anerkannte Expertise von Unither im Bereich steriler Technologien nutzt.
Der Bau hat bereits im März 2025 begonnen, die Fertigstellung ist für Ende 2026 geplant. Derzeit sind über 130 Personen auf der Baustelle beschäftigt. Bis 2028 sollen 133 direkte Arbeitsplätze entstehen, bis 2030 fast 250.
Am Standort können dann jährlich mehr als 50 Millionen Einheiten für den französischen und europäischen Markt hergestellt werden. Die ersten Chargen zur pharmazeutischen Validierung werden ab 2027 erwartet. Die industrielle Produktion soll 2028 beginnen, die Markteinführung der ersten Produkte ist für 2029 geplant.
„Diese Vereinbarung geht weit über eine traditionelle Beziehung zwischen einem Pharmaunternehmen und einem Industriepartner hinaus“, so Jean-Frédéric Chibret, Präsident der Théa-Gruppe. „Eine Produktionsstätte, die ausschließlich unseren Produkten gewidmet ist, ist ein außergewöhnliches Bekenntnis, das das Vertrauen widerspiegelt, das wir zu Unither Pharmaceuticals aufgebaut haben, und unsere gemeinsame langfristige Vision. Diese Produktionskapazität wird es uns ermöglichen, das Wachstum von Théa in Europa nachhaltig zu unterstützen und gleichzeitig unsere industrielle Präsenz in Frankreich zu stärken.“
Henrik Krueppe, CEO von Unither, ergänzt: „Die Planung und der Betrieb einer Industrieanlage, die primär einem einzigen Partner gewidmet ist, sind in unserer Branche ein ungewöhnlicher Ansatz. Dieses Projekt unterstreicht das Vertrauen, das uns mit Théa verbindet, und unser gemeinsames Engagement für eine dauerhafte Partnerschaft, die ihr zukünftiges Wachstum fördert. Unither Pharmaceuticals beweist damit einmal mehr seine Fähigkeit, innovative und langfristige Vereinbarungen zu treffen, um das Wachstum seiner Kunden und Partner in Frankreich und international zu unterstützen.“
Insgesamt werden mehr als 140 Millionen Euro investiert; Förderung gibt es von der Region Auvergne-Rhône-Alpes im Rahmen des Programms „Verpackungsverlagerung – Unterstützung industrieller Investitionen“.
Théa wurde vor mehr als 30 Jahren gegründet und ist nach wie vor in Familienbesitz und in Clermont-Ferrand ansässig. Die Produkte werden in mehr als 75 Ländern vertrieben; in 35 Tochtergesellschaften sind mehr als 2400 Mitarbeiter beschäftigt.
Unither ist ein französisches Auftragsentwicklungs- und -herstellungsunternehmen (CDMO), das sich auf sterile und nicht-sterile flüssige Formulierungen spezialisiert hat. Als Weltmarktführer in der sterilen Einzeldosis-Blow-Fill-Seal-Technologie (BFS) unterstützt Unither seine Kunden von der Formulierung bis zur industriellen Produktion. Standorte gibt es in Europa, Nordamerika, Südamerika und Asien.